„Ich will weiter für diese Mannschaft durchs Feuer gehen“
Braunschweig Für Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht spielten bei Vertragsverlängerung beim Zweitligisten bis 2015 Emotionen eine bedeutende Rolle
Torsten Lieberknecht ist ein emotionaler Mensch. Kein Wunder also, dass es ihn rührte, wie die Braunschweiger Fußball-Fans ihn und seine Mannschaft nach dem letzten Zweitligaspiel der überragenden Saison 2011/12 gegen den SC Ingolstadt in die Sommerpause verabschiedeten.
„Dass unsere Leistungen so honoriert wurde, das war schon prägend. Das war ein hoher emotionaler Eindruck“, sagt Lieberknecht. Einer der ihn mitbewogen haben dürfte, jetzt seinen Vertrag bis 2015 zu verlängern. Ein zweiter: Die Mannschaft, die er mit dem sportlichen Leiter Marc Arnold zusammengestellt hat, „macht einfach Spaß und hat eine wahnsinnig gute Entwicklung gemacht. Als der Verein auf mich zukam, gab es keine langen Überlegungen“, erklärt der 38-Jährige. „Ich will weiter für diese Mannschaft durchs Feuer gehen.“ Eintracht in Liga zwei zu etablieren, sei das große Ziel für die kommenden Jahre.
Die Gespräche zwischen Eintracht und Lieberknechts Berater Marc Kosicke, zu seinen Klienten zählen unter anderem auch Jürgen Klopp (Dortmund), Holger Stanislawski (Köln), Bruno Labbadia (Stuttgart) oder Andre Schubert (St. Pauli), verliefen zügig.
„Wir sind schnell auf einen Nenner gekommen. Die sportlichen Inhalte waren gleich abgesteckt“, beschreibt Lieberknecht den Verlauf der Verhandlungen. Die Möglichkeiten, sich zu verändern, Kaiserslautern und Köln sollen die Fühler nach dem Eintracht-Trainer ausgestreckt haben, hatte Lieberknecht schnell verworfen.
„Es hätte die Möglichkeiten gegeben. Das wollte ich nicht. Außerdem hatte ich ja auch noch einen gültigen Vertrag bis 2013. Dass Eintracht jetzt auf mich zukam, zeigt mir, dass die Verantwortlichen mit meiner Arbeit zufrieden sind. Das war für mich ein Zeichen“, schildert er. Und er selbst wollte mit der langfristigen Festlegung ein Signal setzen. „Das zeigt doch, dass wir weiterhin etwas vorhaben. Aber die Laufzeit ist erst dann lang, wenn man sie auch erfüllen kann“, fügte Lieberknecht lachend hinzu.
Allerdings sei es keineswegs so, dass bei Eintracht immer alles rosarot gesehen werde. „Klubführung, Aufsichtsrat und Geschäftsführung arbeiten besonnen und ruhig, aber ganz und gar nicht unkritisch“, beschreibt Lieberknecht.
Respekt und vertrauen kennzeichneten den Umgang. „Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt der Fußball-Lehrer.
