Herbstmeister Braunschweig rettet 2:2 in Köln
Braunschweig Trotz des fünften Unentschiedens dieser Saison mit dem 2:2 (1:0) beim 1. FC Köln bleibt Zweitliga-Herbstmeister Eintracht Braunschweig auf Kurs Richtung Erstklassigkeit.
Torsten Lieberknecht jubelte, als habe seine Mannschaft soeben den Erstliga-Aufstieg perfekt gemacht. Der Eintracht-Coach riss sich beim Schlusspfiff seine blaue Wollmütze vom Kopf und wirbelte diese mehrfach frenetisch durch die Luft. Und das, obwohl der Spitzenreiter gestern Abend zum Rückrundenauftakt beim 1. FC Köln vor 38.000 Zuschauern in der Kölner WM-Arena nicht über ein 2:2 (1:0)-Unentschieden hinausgekommen war.
Aufgrund der turbulenten Schlussphase, in der sich die Ereignisse überschlugen, fühlte sich dieser Punktgewinn für den Herbstmeister jedoch „wie ein Sieg an“, wie Lieberknecht nach der turbulenten Partie erleichtert anmerkte.
Schließlich sah es zwei Minuten vor dem Ende, als Anthony Ujah die Kölner mit 2:1 in Front brachte, danach aus, als würden die Braunschweiger die Heimreise mit der zweiten Saisonniederlage im Gepäck antreten müssen. Innenverteidiger Ermin Bicakcic sorgte jedoch in der Schlussminute für den nicht mehr unbedingt erwarteten und deshalb umso ausgelassener bejubelten Ausgleich. Torschütze Kumbela bekannte: „Ich freue mich riesig über den Punkt.“
„Es ist bewundernswert, was meine Jungs hier abgerissen haben. Das war ein Wahnsinnsspiel mit hohem Tempo.“, lobte der Eintracht-Trainer seine Mannschaft, die gut in die Partie gestartet war.
Gerade einmal sechs Minuten waren gespielt, als Domi Kumbela nach feiner Kopfballverlängerung von Orhan Ademi frei vor FC-Schlussmann Timo Horn auftauchte. Doch Braunschweigs Top-Torjäger knallte den Ball ans Außennetz. „Kumba“ ließ sich durch diese vergebene Großchance jedoch nicht entmutigen.
Ganz im Gegenteil: Nach 23 Minuten kam er nach einer Ademi-Flanke im Strafraum vor Gegenspieler Dominik Maroh an den Ball - 0:1.
Mitte der ersten Hälfte intensivierten die „Geißböcke“, die nach schwachem Saisonstart insgeheim noch mit dem Relegationsplatz liebäugeln, ihre Offensivbemühungen. Doch Eintracht-Coach Lieberknecht nahm den Gastgebern den Wind umgehend aus den Segeln, indem er kurzerhand von einer 4-1-3-2- auf eine 4-2-3-1-Grundordnung umstellte und damit bei seiner Mannschaft defensiv wieder für mehr Stabilität sorgte. So behauptete der Tabellenführer den 1:0-Vorsprung bis zum Halbzeitpfiff durch den guten Schiedsrichter Felix Brych.
Allerdings sollte diese Führung nach dem Seitenwechsel nicht mehr lange Bestand haben. Nach nur 95 Sekunden fasste sich Kölns Christian Clemens in halblinker Position aus 20 Metern ein Herz, zum Entsetzen der knapp 2000 mitgereisten Eintracht-Anhänger senkte sich das Spielgerät hinter dem verdutzt dreinblickenden Daniel Davari zum 1:1 ins Tor.
Es war der Auftakt einer furiosen zweiten Halbzeit, in der der eingewechselte Marc Pfitzner beim Stand von 1:1 noch einen Foulelfmeter vergab (77.).



