Großes Doppelinterview mit Eintrachts Abwehrbollwerk
Braunschweig Im Interview sprechen Deniz Dogan und Ermin Bicakcic über ihre erste Begegnung, blindes Verständnis und die Bedeutung von Erfahrung.
Deniz, was war Ihr erster Gedanke, als Ermin in der Winterpause nach seiner Verpflichtung das erste Mal in die Kabine kam?
Dogan: (lacht) Mensch, der hat aber Übergewicht, habe ich gedacht.
Bicakcic: Dogi, der Eindruck hat getäuscht, das war alles Muskelmasse.
Dogan: Na ja, ich weiß nicht. Heute bist du auf alle Fälle deutlich drahtiger als damals. Wobei ich ja im ersten Training gleich gesehen habe, dass du ein Guter bist und uns weiterhelfen würdest.
Ermin, in Stuttgart haben Sie vorher mit Stars wie Serdar Tasci, Matthieu Delpierre und Cacau zusammengespielt. Hand aufs Herz: Hatten Sie den Namen Deniz Dogan vor ihrem Wechsel nach Braunschweig überhaupt schon mal gehört?
Bicakcic: Und ob mir der Name ein Begriff war. Als ich damals mit dem VfB II gegen Braunschweig gespielt habe, gab es in den Besprechungen immer drei Schlüsselwörter: Kruppke, Kumbela und eben Dogan. Und nach nur wenigen Trainingseinheiten in Braunschweig war mir dann klar: Das ist ein Leitwolf.
Die Rede ist ja immer vom Abwehrchef – wer von Ihnen beansprucht diesen Titel denn für sich?
Bicakcic: Schon alleine wegen seiner Erfahrung ist Dogi derjenige, der voran geht. Wenn er etwas sagt, dann ist das so.
Dogan: Wobei ich schon finde, dass es wichtig ist, wenn jeder etwas sagen darf – und auch Gehör findet. Wobei du auf dem Platz gar keine Zeit zum Diskutieren hast. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns blind verstehen. Ideal wäre es, wenn jeder von uns in jeder Situation den gleichen Gedanken hätte.
Als Innenverteidiger müssen Sie beide besonders gut miteinander harmonieren. Wie lange haben Sie dafür gebraucht?
Dogan: Na ja, es hat schon eine Weile gedauert, bis Ermin die Art und Weise, wie wir spielen, wie wir verteidigen, verstanden hat.
Bicakcic: Ich habe am Anfang oft mit dem Trainer gesprochen und mir erklären lassen, wie die Mannschaft funktioniert. Natürlich hat es ein wenig gedauert, bis ich die Automatismen draufhatte. Mittlerweile weiß ich aber ganz genau, wie Dogi in bestimmten Situationen reagiert und wie ich mich dann zu verhalten habe. Wir haben da ein riesiges Vertrauen zueinander aufgebaut, quasi ein blindes Verständnis.
Beschreiben Sie doch mal, was Deniz für ein Typ ist?
Bicakcic: Dogi wirkt auf den ersten Blick immer ein wenig ernst, ist aber in Wirklichkeit ein Spaßvogel, der zwischendurch immer wieder Witze auspackt.
Und auf dem Feld?
Bicakcic: Da sieht man in jeder Situation seine Erfahrung. Er ist kein Holzbockverteidiger, der die Bälle einfach nur nach vorne drischt, sondern jemand, der technisch sehr stark ist. Manchmal hätte ich gerne etwas von seiner Ruhe.
Dogan: Früher, als ich noch jung war, habe ich immer gedacht, man müsse keine Erfahrung haben, es reiche, wenn man Fußballspielen kann. Mittlerweile weiß ich, wie wichtig Erfahrung ist. Manchmal wünsche ich mir, ich wäre noch mal 22 – aber mit meiner Erfahrung von heute.
Bicakcic: Stimmt. Erfahrung kann man wirklich nicht trainieren. Aber ich bin froh, dass ich mir von Dogi viele Dinge abschauen kann. Was mich an ihm besonders fasziniert, ist, dass er immer noch dazulernen will. Das ist für einen Spieler in seinem Alter nicht selbstverständlich. Genauso wenig wie die Tatsache, dass er sich im Spiel immer durchbeißt, auch wenn er mal Schmerzen hat. Nicht zuletzt deshalb hat er eine Vorbildfunktion für mich.
Gegen Regensburg müssen Sie Ihren Titel als beste Abwehr der Liga verteidigen. Spüren Sie da zusätzlichen Druck?
Dogan: Das macht für uns keinen Unterschied. Wenn wir schon fünf Gegentore hätten, würden wir doch trotzdem sagen: Wir wollen zu Null spielen.
•Das komplette Interview lesen Sie in der Samstagsausgabe der Braunschweiger Zeitung.



