Gebibbert wird nur auf der Auswechselbank
Braunschweig Die Rasenheizung läuft auf Hochtouren, die Spieler gewöhnen sich an die Kälte. Gibt es ein erhöhtes Verletzungsrisiko? Der Mannschaftsarzt winkt ab.
Deniz Dogan hatte sich fürs langärmelige Trikot entschieden, Mirko Boland trug dazu noch Handschuhe. Kurzärmelig, aber mit Handschuhen lief Damir Vrancic in Frankfurt auf, Marc Pfitzner in Sommerausrüstung.
Gebibbert wurde aber nur auf der Auswechselbank. „Die Spieler tragen Funktionsunterwäsche, die den Schweiß schnell nach außen leitet. Die Minusgrade machen den Profis nichts aus, die sind ja bestens aufgewärmt, trainiert und unentwegt unterwegs“, sagt Eintracht Braunschweigs Mannschaftsarzt Dr. Frank Maier. Wer draußen sitze oder ausgewechselt werde, müsse sich natürlich warm anziehen – wie jeder Zuschauer auch.
Das Verletzungsrisiko sei bei der sibirischen Kälte auch nicht höher als sonst. Birgt das tiefe Einatmen im Wettkampf denn keine Gefahren? „Würde man zwei Minuten durchsprinten wie ein 800-Meter-Läufer vielleicht. Aber die Sprints im Fußball sind ja wesentlich kürzer“, so Dr. Maier.
Für Sonnabend, 13 Uhr, wenn die Heimpartie der Braunschweiger gegen den Karlsruher SC angepfiffen wird, sagen die Meteorologen sechs bis acht Grad minus voraus. Dazu wird es natürlich grünen Rasen geben – die Rasenheizung läuft auf voller Stärke. Bei Temperaturen um die drei Grad springt sie automatisch an. „Die Heizung läuft natürlich seit Beginn der Kältewelle durch“, sagt Stadionchef Stefan Lemke.
Bis zu 20 Grad warm ist die Heizflüssigkeit, die durch das engmaschige Heizschleifen-Netz gepumpt wird. In rund 30 Zentimetern Tiefe sind die wärmenden Adern verlegt – eine Fußbodenheizung wie daheim also, nur in einer anderen Dimension. Die Arbeitsgrundlage für einen angestrebten Heimsieg ist also gegeben.
