Für Benjamin Fuchs geht „eine geile Zeit“ zu Ende
Braunschweig Fünf Jahre lang trug der Fußball-Profi das Trikot von Eintracht Braunschweigs. Fünf Jahre, in denen er einige Höhen und Tiefen miterlebt hat.
Mein erster Tag in Braunschweig
„Eigentlich wollte ich damals gemeinsam mit Jasmin Fejzic (damaliger Neuzugang aus Fürth; d. Red.) nach Braunschweig fahren, um meinen Vertrag zu unterschreiben, den Fitness-Test zu absolvieren und mir eine Wohnung zu suchen. Jassi konnte dann an dem Tag aber kurzfristig nicht. Das war sein Pech, denn ich habe einfach die möblierte Wohnung genommen, die der Verein für ihn reserviert hatte. Die hat mir nämlich richtig gut gefallen. Das habe ich ihm aber erst ein Jahr später verraten.“
Mein erstes Spiel für Eintracht
„Ganz ehrlich: Da kann ich mich gar nicht mehr dran erinnern. Aber wenn ich das raussuche, kommen die Erinnerungen an das Spiel sicherlich wieder hoch.“
(Anm. d. Red.: Sein erstes Pflichtspiel im Eintracht-Trikot bestritt Fuchs am ersten Spieltag der Saison 2007/08. Bei der 0:1-Niederlage gegen Kickers Emden wurde er in der 65. Minute eingewechselt.)
Mein erstes Tor für Eintracht
„Das ist nicht so schwer, schließlich habe ich in all den Jahren nur vier Tore für Eintracht geschossen. Mein erstes Tor war zugleich das schönste. Gegen Düsseldorf habe ich den Ball aus 35 Metern zum 1:1 oben links in den Winkel geknallt. Der Treffer hat es damals sogar in der Sportschau in die Auswahl zum Tor der Woche geschafft und ist heute noch im Internet zu bewundern. Gut erinnern kann ich mich auch noch an mein Flanken-Tor gegen Erfurt, das ich Sturmtief Emma zu verdanken hatte.“
Mein schönstes Erlebnis mit Eintracht
„Keine Frage: natürlich der Zweitliga-Aufstieg in der letzten Saison. Das waren schon sehr emotionale Wochen. Wobei die Last-Minute-Qualifikation für die dritte Liga in meiner ersten Saison da kaum hinter zurücksteht. Als wir am letzten Spieltag die Nachricht bekommen haben, dass Lübeck gegen Essen gewonnen hatte, hat sich das fast wie ein Aufstieg angefühlt.“
Mein traurigster Moment mit Eintracht
„Emotional mitgenommen hat mich vergangene Saison das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen meinen Ex-Klub Fürth. Das war besonders bitter, weil wir über 120 Minuten die bessere Mannschaft waren und verdammt viel investiert hatten.“
Mein bestes Spiel für Eintracht
„Als Defensiv-Akteur ist das immer schwer zu beurteilen. Als Angreifer hat man es da immer leichter. Wenn du drei Tore erzielst, war das automatisch eines deiner besseren Spiele. Aber als Verteidiger?“
Mein Abschied von Eintracht
„Im Moment bin ich noch relativ entspannt. Ich hatte ja jetzt ein paar Wochen Zeit, um mich mit der Situation abzufinden. Sonntag im Stadion werde ich bei meiner Verabschiedung hoffentlich nicht in Tränen ausbrechen – auch wenn es mich innerlich bestimmt zerreißen wird. Schließlich geht hier in Braunschweig eine geile Zeit für mich zu Ende, ich fühle mich in der Stadt richtig heimisch.“
Meine besten Mitspieler
„Domi Kumbela ist für mich nicht nur ein Riesen-Sportler sondern auch ein Wahnsinns-Typ, mit dem ich mich so manches Mal totgelacht habe. Das wird mir definitiv fehlen. Genau wie Damir Vrancic, mit dem ich mir auf Auswärtsfahrten immer das Zimmer geteilt habe.
Ein unglaublicher Typ war auch Valentin Nastase, sowohl menschlich als auch sportlich. Was der mit seinem Fuß alles konnte, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Unfassbar! Da habe ich erstmal gemerkt, wie gut man als Fußballer sein kann. Und obwohl er die Sprache nicht konnte, wusste jeder, was Valentin meinte. Außerdem hat er uns morgens vor dem Training immer Zaubertricks gezeigt.“



