Eintrachts Härtetest gegen Herthas Millionen
Braunschweig Die Vorfreude auf den Knaller des 11.Spieltages in der 2. Fußball-Bundesliga steigt: Spitzenreiter Braunschweig erwartet den Zweiten, Hertha BSC.
Die Vorbereitung auf das Gipfeltreffen läuft bei den Löwen ruhig und konzentriert – wie sonst auch. Gestern ließ Trainer Torsten Lieberknecht bei Nieselregen eine gut zweistündige Trainingseinheit abspulen, in der es hieß: spielen, spielen, spielen.
Vor der besten Abwehr der Zweitliga-Geschichte – nur drei Gegentore in den ersten zehn Saisonspielen, nie gab es weniger – testete der Coach Varianten, wie der verletzte Kevin Kratz ersetzt werden kann. Drei Varianten für drei „Halbzeiten“ – Lieberknecht ließ sich natürlich nicht in die Karten schauen.
Eine Schrecksekunde gab es, als Ermin Bicakcic nach einem Rettungsversuch gegen Chengdong Zhang liegen blieb. Doch der eisenharte Innenverteidiger – Herthas Sturmspitze Adrian Ramos kann sich schon auf einen ungemütlichen Nachmittag einstellen – rappelte sich wieder auf, schüttelte sich einmal und machte weiter.
Während die Eintracht den Spielaufbau übte, dazu das berühmt-berüchtigte Umkehrspiel, ließ Hertha-Trainer Jos Luhukay in mehreren intensiven Übungen Pressing trainieren sowie schnelle Stafetten mit maximal zwei Ballkontakten. Außerdem ermahnte er seine Profis immer wieder, die Räume eng zu halten. Dass der selbst ernannte Aufstiegsaspirant Nummer eins Respekt vor den Braunschweigern hat, ist klar. „So viele Punkte sind weder Glück noch Zufall“, sagte Luhukay in der Berliner Morgenpost. „Nur drei Gegentore in zehn Spielen – die Eintracht macht vieles richtig. Ich freue mich auf das Spiel.“
Hertha macht finanziell alles, um den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Der Spieler-Etat wird mit 13 Millionen Euro angegeben, Eintrachts liegt knapp über 5 Millionen. Allein Berlins Stürmer Adrian Ramos wird derzeit auf einen Marktwert von 4,5 Millionen Euro geschätzt. Zuletzt in Bochum schmorten gar 8,4 Millionen Euro auf der Auswechselbank.
Transfermarkt.de taxiert den Hertha-Kader auf einen Gesamtwert von 36,8 Millionen Euro, den der Eintracht auf 14,9 Millionen. Aller individuellen Klasse zum Trotz brauchte Hertha eine Anlaufzeit, um in der 2. Liga anzukommen. Das Ziel: Aufstieg. Das will auch Eintracht und natürlich einen weiteren Heimsieg.
Vorhang auf fürs Gipfeltreffen!

