Eintrachts Gegner Köln redet sich stark
Braunschweig Fünf Mal in Folge in der 2. Liga ungeschlagen – vor dem Montag-Spiel hat Braunschweigs Gastgeber ordentlich Selbstvertrauen getankt.
Der Mann versteht etwas von Fußball. 356 Bundesligaspiele hat Wolfgang Weber für den 1. FC Köln zwischen 1963 und 1978 bestritten, zwei Mal feierte er mit dem Traditionsklub die deutsche Meisterschaft, drei Mal den Pokalsieg. Der eisenharte Verteidiger rackerte natürlich auch für die Nationalelf. „Der dritte Platz am Ende der Saison ist realistisch“, sagte das Kölner Urgestein auf dem FC-Stammtisch unlängst.
Ganz schön euphorisch, belegt der Erstliga-Absteiger doch gerade einmal den zehnten Tabellenrang und hat am Montag ab 20.15 Uhr auch den souveränen Tabellenführer Eintracht Braunschweig zu Gast. „Wir sind jetzt wieder in Schlagdistanz. Das habe ich den Jungs auch vor dem Spiel gegen Ingolstadt gesagt“, lässt auch Trainer Holger Stanislawski leichte Euphorie durchblicken. Drei Siege und zwei Remis in den letzten fünf Spielen – die Geißböcke fassen wieder Mut, reden sich stark. Dennoch: Zum erhofften Wiederaufstieg, mindestens erst einmal Relegationsplatz drei in der Tabelle, fehlen noch acht Punkte.
„Wir haben Köln mehrere Male beobachtet“, sagt Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold, „aber alles im ganz normalen Rahmen.“ Er freut sich wie das gesamte Team auf das Flutlicht-Spiel im Kölner Stadion. „Das ist schon etwas Besonderes.“ Dass durch das Montag-Spiel die Verfolger vorlegen, macht für ihn die Aufgabe nicht leichter und auch nicht schwerer. „Wenn das Spiel erst einmal angepfiffen ist, denkt doch niemand an die anderen Ergebnisse.“ Das gilt im übrigen auch für das Hinspiel, das die Braunschweiger am ersten Spieltag mit 1:0 für sich entschieden. „Das wird so oder so ein völlig neues Spiel“, sagte Arnold. Der Spitzenreiter strahlt eine große Gelassenheit aus.
Fünf Spiele hat der 1. FC Köln also zuletzt nicht verloren, drei davon ohne Gegentor: Der erst 19 Jahre alte FC-Keeper Timo Horn hat sich mit starken Reflexen und erstaunlicher Ruhe als Nummer eins etabliert.
„Wir dürfen nur wenig zulassen, müssen den einen oder anderen Konter setzen. Dann haben wir gute Chancen, gegen Braunschweig zu bestehen“, so Horn nach der Ingolstadt-Partie.
Kevin McKenna, zuletzt Innenverteidiger, gab sich euphorischer. „Wir haben zur Zeit einen guten Lauf – so soll es weitergehen. Gegen Braunschweig müssen wir gewinnen“, sagte der 32-Jährige, der schon 63 Länderspiele für Kanada bestritten hat.
Fehlen wird den Kölnern am Montagabend auf alle Fälle Adil Chihi. Der Flügelspieler, derzeit zweitbester Torschütze der Geißböcke, hat sich einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zugezogen und fällt mehrere Monate aus.
