Eintrachts Freitag-Gast Paderborn bei Standards anfällig
Braunschweig 695 Treffer gab es in der laufenden Saison der 2. Fußball-Bundesliga bis zum heutigen Tag zu bejubeln – ein Drittel davon fiel nach Standards.
Eintracht Braunschweig liegt wie in der Tabelle auch in dieser Statistik im guten Mittelfeld – obwohl die letzten vier Gegentore allesamt durch Standards fielen, drei davon nach Ecken. Aus dem Spiel heraus scheint die Abwehr der Blaugelben derzeit kaum zu überlisten zu sein.
„Vom Sturm bis in die Abwehr hinein arbeiten wir gut gegen den Ball, das zeigen die relativ wenigen Gegentore“, freut sich Ken Reichel. Dass Ecken und Freistöße immer schwerer zu verteidigen sind, glaubt der linke Außenverteidiger aber nicht. „Ob es nach einer Ecke einschlägt, liegt halt oft nur an einer Nuance.“
Bei einer Ecke etwas zu weit weg vom Gegenspieler, die Mauer einen Tuck zu weit rechts oder links und schon kann es passiert sein – Fehler, die sofort bestraft werden und oft nur von einer tollen Parade des Torhüters ausgebügelt werden können. Die Spezialisten für Freistöße und Ecken werden zudem immer raffinierter.
„Paderborn ist vor allem bei Freistößen sehr gefährlich, sie haben wirklich gute Schützen“, sagt Reichel. Neunmal nutzte Eintrachts Freitagabend-Gast bisher einen Freistoß – das ist der Bestwert für die 2. Liga. Der Mann mit dem Zauberfuß heißt Alban Meha. Vier Freistöße verwandelte der Spezialist bisher direkt – auch das ist Bestwert. Drei Treffer erzielte Paderborn nach einer Ecke – Durchschnitt.
Doch der Tabellenfünfte mit Aussicht auf den Relegationsplatz ist selbst bei Standards anfällig. Jedes zweite Gegentor resultiert aus Ecken, Freistößen etc. – ebenfalls der höchste Wert der Liga. Und noch ein Superlativ: Nick Proschwitz, den Reichel aus seiner Zeit bei den HSV-Amateuren kennt, führt die Torjägerliste an.
„Wenn Paderborn sich die Chance auf den Relegationsplatz erhalten will, muss das Team bei uns gewinnen“, meint Reichel. Anders als zuletzt der FSV Frankfurt werde sich Paderborn deshalb nicht in der eigenen Hälfte einigeln. Das könnte Platz für Eintrachts gefürchtetes Umkehrspiel schaffen. „Teams, die sich nicht von der ersten Minute an hinten reinstellen, liegen uns eher“, sagt Reichel und hofft auf einen Dreier. Damit wäre auch die magische 40-Punkte-Marke geknackt.



