Eintrachts Doppeltorschütze Domi Kumbela entwischte allen
Braunschweig Domi Kumbela, Angreifer von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig entwischte beim 2:1 gegen den SV Sandhausen nicht nur seinen Gegenspielern.
Unmittelbar nach der Ehrenrunde im Eintracht-Stadion war der zweifache Torschütze (45., 50. Minute) in den Stadion-Katakomben verschwunden. „Ich ahnte schon, dass alle etwas von mir wollten“, sagte Kumbela Sonntagnachmittag. „Ich stehe nicht so gerne im Mittelpunkt. Da sollen sich lieber andere äußern“, erklärte der 28-Jährige seine schnelle „Flucht“. Zum Auftritt vor den Fernsehkameras wurde er dann aber doch noch einmal aus der Kabine geholt. „Da musste ich dann doch raus“, bemerkte Kumbela lachend.
Dass ihm in seinem 50. Zweitligaspiel – sechs für Rot-Weiß Ahlen, 44 bisher für Eintracht – sein erster Doppelpack in der zweithöchsten Spielklasse gelang , war für den Angreifer nur eine Randnotiz. Lieber lenkte er die Aufmerksamkeit auf andere. „Die Flanke von Raffael Korte zum 1:0 kam überragend, und ich habe den Ball dann sehr gut getroffen“, beschrieb er und lobte den Vorbereiter seines Kopfballtreffers.
Und beim 2:0 habe er einfach spekuliert, dass der Ball nach dem Eckstoß von Damir Vrancic durchrutschen könne. Und genau so sei es dann ja auch gekommen. „Da habe ich nur den Fuß hingehalten, das war ein Reflex“, sagte Kumbela zu seinem vierten Saisontreffer und fügte im nächsten Satz selbstkritisch hinzu: „Ich muss aber das dritte Tor machen.“ Nach Torhüter Daniel Ischdonats Fehlpass kam der 1,73-Meter-Stürmer an den Ball, schoss aber ein wenig überhastet auf das leere Tor, so dass der SV-Schlussmann doch noch retten konnte. „Das war zu unplatziert“, ärgerte sich Kumbela.
Dass Eintracht nach Frank Lönings Anschlusstreffer (62.) noch um den verdienten Erfolg bangen musste, war am Ende der englischen Woche – mit der Ligapartie gegen Hertha BSC und dem Pokalkampf gegen Erstligist SC Freiburg – auch dem kräftezehrenden Sieben-Tage-Programm zuzuschreiben.
„Wir haben uns mit allen Kräften gewehrt. Die Woche hat uns alle geschlaucht“, sagte Torsten Lieberknecht, der heilfroh war über den neunten Saisonsieg. „Wir haben dabei auch gesehen, in welchen Punkten wir uns weiter verbessern können“, erklärte der Eintracht-Trainer, der seinen Mannen zwei trainingsfreie Tage gewährte. „Sie sollen komplett abschalten vom Fußball“, betonte der Coach.
Zu einer ausgelassenen Mannschaftsfeier nach dem Erreichen der 30 Punkte-Marke und der Festigung des ersten Tabellenplatzes war es am Freitagabend nicht mehr gekommen. „Ich bin gleich nach Hause gefahren und habe das Spiel noch einmal Revue passieren lassen“, schilderte Kumbela. Die 30 Punkte nach 12 Spieltagen betrachtet der quirlige Stürmer als „Ansage an die restlichen Mannschaften der Liga“.
Am Montag beginnt Lieberknecht mit der Vorbereitung auf die Partie beim FC Erzgebirge Aue am Freitagabend. „Da wollen wir wieder punkten“, sagt Domi Kumbela selbstbewusst.



