Eintracht will die Statistik widerlegen
Braunschweig Zweitligist will beweisen, dass das zweite Jahr nach dem Aufstieg nicht zwangsläufig das schwierigste ist
Das zweite Jahr ist für einen Aufsteiger angeblich immer das schwierigste. Hört man zumindest allerorten immer wieder. „Ich hoffe, dass wir eindrucksvoll beweisen können, dass dem nicht so ist“, sagt Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold und pflichtet seinem Kapitän Dennis Kruppke bei.
Der hatte zuvor gesagt, dass man sich ein verflixtes zweites Jahr auch einreden könne. „Je öfter man das hört, desto eher brennt sich das ein.“ Der 32-Jährige weist darauf hin, dass die Qualität im Kader die gleiche sei wie in der Vorsaison. „Die müssen wir nur wieder abrufen.“ Dann werde man mit dem Abstieg nichts zu tun haben.
Ein Blick in die jüngere Zweitliga-Statistik zeigt allerdings: In ihrer zweiten Saison nach dem Aufstieg konnten viele Mannschaften ihre zum Teil gute Platzierung aus dem Premierenjahr tatsächlich nicht bestätigen. Seit der Spielzeit 2007/2008 verschlechterten von den 14 Mannschaften, die es überhaupt in die zweite Saison geschafft hatten, gleich 9.
Jüngstes Beispiel dafür ist Erzgebirge Aue. Nach dem sensationellen fünften Platz im Aufstiegsjahr wurden die Sachsen letzte Saison gleich zehn Plätze nach hinten durchgereicht – und entgingen am Ende nur hauchdünn dem Abstieg.
Laut Marc Arnold gibt es in vielen Fällen erklärbare Gründe dafür, dass Klubs in der zweiten Saison nicht mehr an die Leistung aus dem Aufstiegsjahr anknüpfen. Einerseits würden viele Teams im ersten Jahr über ihrem Limit spielen, anderseits würden viele Klubs ihre Mannschaft vor der zweiten Saison (zu) stark umbauen. „Beides trifft auf uns nicht zu“, stellt Arnold fest.
Zudem müsse man den Begriff „verschlechtern“ relativieren. „Wenn wir die nächste Saison als Neunter beenden, kann man ja wohl nicht davon sprechen, dass wir uns verschlechtert haben.“
Verflixt, so Arnold, sei das zweite Jahr erst, wenn man am Ende absteige. Dieses Schicksal ereilte in den vergangenen fünf Jahren vier Mannschaften, zuletzt betroffen war Rot Weiss Ahlen in der Spielzeit 2009/10.
Dass das zweite Jahr nicht zwangläufig schwieriger sein muss, weiß Eintrachts sportlicher Leiter aus eigener Erfahrung: 1997 stieg er als Spieler mit Hertha BSC Berlin in die 1. Bundesliga auf. 24 Monate später qualifizierte sich der Hauptstadt-Klub dann für die Champions-League.
•In der Freitagsausgabe der Braunschweiger Zeitung finden Sie zu diesem Thema ein Interview mit Aues ehemaligem Trainer Rico Schmitt.

