Eintracht überzeugt beim 1:1 gegen 1860 München
München Braunschweig ging in der 2. Fußball-Bundesliga am Sonntag bei 1860 München durch ein Tor von Domi Kumbela in Führung, hatte weitere Chancen. Doch der Gastgeber kam zum glücklichen Remis.
Zu Drittliga-Zeiten, das hat Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht einmal verraten, habe seine Mannschaft auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Unterhaching aus dem Bus heraus immer die Allianz-Arena in München bewundert - und davon geträumt, dort eines Tages mal selbst spielen zu dürfen.
Nach dem Aufstieg in die 2. Liga ging dieser Wunsch in der Vorsaison erstmalig in Erfüllung. Die Blau-Gelben spielten gegen 1860 zwar gar nicht schlecht, stellten sich zwischenzeitlich allerdings derart naiv an, dass sie sich am Ende mit einer ernüchternden 0:3-Pleite auf die lange Rückfahrt mit dem Bus begaben.
Am Sonntag war alles anders: Nicht nur, dass die Niedersachsen den Heimweg erstmalig seit vielen Jahren mit dem Flugzeug antraten, nein, diesmal hatten sie auch einen Punkt im Gepäck. Und dieser Punkt, den es für das 1:1 (1:0)-Unentschieden gegen die Münchner Löwen gab, war mehr als verdient.
„Heute haben beide Mannschaften Werbung für die 2. Liga gemacht“, sagte Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht nach einem „sehr, sehr temporeichen Spiel“. In der Tat ging es nahezu 90 Minuten lang rauf und runter – die 22 Akteure auf dem Platz gönnten sich kaum eine Verschnaufpause. „Es war sehr intensiv“, berichtete Norman Theuerkauf nach Spielende, die Erschöpfung stand ihm dabei ins Gesicht geschrieben. „Wir waren die bessere Mannschaft“, konstatierte der defensive Mittelfeldmann, dessen Mannschaft auch im siebten Pflichtspiel der Saison unbesiegt blieb.
„Das war unser Ziel, mit dem wir hergefahren sind“, sagte Coach Lieberknecht. Dass es für sein Team erstmalig in dieser Saison nicht zu einem „Dreier“ reichte, schien den 39-Jährigen nicht sonderlich zu stören. „Beide Mannschaften können mit der Punkteteilung leben.“
Mit etwas mehr Glück und Kaltschnäuzigkeit im Abschluss wäre für die Braunschweiger auch am Sonntag ein Sieg drin gewesen. Doch sowohl Dennis Kruppke (22.) als auch Ermin Bicakcic (23.) verpassten es, die 1:0-Führung von Domi Kumbela (20.) auszubauen. Von der mangelhaften Chancenverwertung einmal abgesehen bewiesen die Blau-Gelben über weite Strecken, dass sie zurecht Spitzenreiter sind. Insbesondere vor dem Seitenwechsel hatten die ambitionierten Gastgeber dem Kurzpass-Spiel der Niedersachsen nicht viel entgegenzusetzen.
Und auch auf die beste Defensive der Liga war einmal mehr Verlass – mit einer Ausnahme. Nach einem Eckball fiel Münchens Innenverteidiger Necat Aygün der Ball vor die Füße – 1:1 (59.).
Die Partie stand nun auf des Messers Schneide, beide Teams spielten auf Sieg. Eine Viertelstunde vor dem Ende hatten die knapp 3000 Eintracht-Anhänger den Torschrei bereits auf den Lippen, doch Dogans Kopfballtreffer versagte das Schiedsrichter-Gespann fälschlicherweise die Anerkennung.


