Eintracht stellt Lizenzantrag für Bundesliga
Braunschweig Der Spitzenreiter der 2. Fußball-Bundesliga wird im März die Unterlagen für die drei Profiligen einreichen, also auch für die Eliteklasse.
Eintracht Braunschweig steht als Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga glänzend da. Auch wirtschaftlich weist der Verein mit seiner Kapitalgesellschaft ein beachtliches Ergebnis aus.
„Die finanzielle Situation spiegelt die Lebensdauer der Kapitalgesellschaft wider“, sagt Eintracht-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. Die in der Saison 2007/08 ausgegliederte GmbH & Co. KG arbeitet nach drei Geschäftsjahren in der Regionalliga und der 3. Liga – jeweils mit Minus – seit zwei Jahren mit Gewinn (siehe Grafik). „Die Zielsetzungen im Rahmen unseres Fünf-Jahres-Plans gehen einher mit dem Erreichten“, stellt Voigt fest. Sportlich, wie wirtschaftlich. 1,7 Millionen Euro Gewinn verbuchte Eintracht im Geschäftsjahr 2011/12. „Wir haben keine Darlehensverbindlichkeiten,“ betont Rainer Cech, Vizepräsident Finanzen. Auch im zweiten Jahr in der 2. Liga zeichnet sich ein Überschuss ab.
Kann sich Zweitliga-Spitzenreiter Eintracht den sportlich möglichen Aufstieg in die Bundesliga leisten?
„Wir werden Anfang März die Lizenzen beantragen. Wie immer auch für eine Liga tiefer und eine Liga höher“, stellt Voigt fest. Mit der Erhöhung des Eigenkapitals auf 2,5 Millionen Euro sei ein wichtiger Schritt gemacht worden, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, betont Cech und: „Dazu war der Jahresüberschuss notwendig.“
Fest steht, dass sich bei einem Aufstieg die Einnahmen aus dem Fernsehvertrag von derzeit knapp vier Millionen auf elf Millionen Euro mehr als verdoppeln würden. Entsprechend steigen würde dann auch der Etat von derzeit rund 17 Millionen. In anderen Punkten müsste Eintracht bei einem Aufstieg Anpassungen vornehmen. „Das ist eine Frage der Konkurrenzfähigkeit“, erklärt Voigt. Die Möglichkeiten, höhere Einnahmen zu erzielen, sind begrenzt. Nach dem Umbau stehen in der Haupttribüne zur nächsten Saison 20 Logen und 1200 Businessplätze zur Verfügung. „Die bringen eine signifikante Steigerung im sechsstelligen Bereich“, erläutert Cech. „Zurzeit übersteigt die Nachfrage nach Logen das Angebot um mehr als das Dreifache“, fügt Voigt hinzu. Auch die Einnahmen aus den Sponsorenverträgen steigen in der ersten Liga.
Um die Anhebung der Eintrittspreise wird Eintracht ebenfalls nicht umhinkommen. Zum Vergleich: Im Schnitt lagen die Kartenpreise aller Zweitligisten in der Saison 2011/12 nach DFL-Erhebungen bei 13,97 Euro, in der Bundesliga 22,62 Euro, bei Eintracht hingegen bei rund zehn. „In dieser Saison sind wir durch den Stadionumbau im Durchschnitt sogar unter zehn Euro gerutscht“, erklärt Voigt.
„Wichtig ist, unsere finanzielle Position zu festigen, um Investitionen in der Zukunft planen zu können“, verdeutlicht Cech. Denn Eintracht wird in den nächsten Jahren weiter investieren, wie Voigt verdeutlicht, um im Nachwuchsleistungszentrum Kennel die Arbeit weiter zu professionalisieren– in eine Fußballhalle, ein Internatshaus für bis zu 30 Spieler sowie Personal.
Dass der sportliche Erfolg auch Geld kostet, sei allen klar. „Unsere Kalkulation im Rahmen der Punktprämien ist durch das Mehr an Einnahmen gedeckt“, erklärt Cech. „Bei allem ist es wichtig, dass der Geist erhalten bleibt, mit dem wir in den vergangenen Jahren an alle Aufgaben herangegangen sind. Es muss Verpflichtung sein, auf diesem Kurs weiter zu gehen“, betont Cech.

