Eintracht-Profi Kluft will zur Rückrunde wieder angreifen
Braunschweig Knapp drei Monate liegt die schwere Verletzung von Eintracht-Neuzugang Björn Kluft zurück. Seit dieser Woche ist er endlich ohne Gehhilfen unterwegs.
Es sind die kleinen Dinge, die ihn zuversichtlich stimmen. Diese Woche saß Björn Kluft zum ersten Mal seit seiner Knie-Operation wieder auf dem Fahrrad-Ergometer. Eine knappe halbe Stunde lang trat er in der Eintracht-Kabine in die Pedale. „Für mich war das ein großer Schritt“, sagt der Mittelfeld-Akteur und strahlt. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man merkt, dass es voran geht.“
Knapp drei Monate ist es her, dass sich Kluft schwer verletzte. Im ersten Testspiel der Saisonvorbereitung, beim MTV Vater Jahn Peine, sprang ihm nach einem Foul eines Gegenspielers die Kniescheibe heraus, im Fachjargon spricht man von einer Kniescheiben-Luxation.
Der Neuzugang erinnert sich nur ungern an besagten Juni-Tag: „Ich hatte noch nie solche Schmerzen in meinem Leben“, sagt der 22-Jährige. „Ich habe geschrien wie ein Mädchen.“ Hinzu kam der alles andere als schöne Anblick seines malträtierten Knies: Dort, wo im Normalfall die Kniescheibe sitzt, sei „ein großes Loch“ gewesen, erzählt Kluft und verzieht beim Gedanken an die Situation das Gesicht.
Die Enttäuschung, dass sein Peiner Gegenspieler damals unverhältnismäßig hart gegen ihn einstieg, ist dem Neu-Braunschweiger deutlich anzumerken. Vertiefen will er dieses Thema jedoch nicht. „Es ist passiert, ich kann es nicht mehr ändern.“ Immerhin, sagt Kluft, habe ihm der Kreisklasse-Klub einen Präsentkorb zukommen lassen.
Wenige Tage nach dem Unfall wurde der Eintracht-Profi in Köln operiert. Doch von seinem ursprünglichen Plan, nach drei Monaten wieder auf dem Platz zu stehen, musste er sich schnell verabschieden. Eine Infektion im Knie sorgte dafür, dass er drei Wochen lang gar nichts machen durfte. Was wiederum dazu führte, dass das Gelenk verklebte und vernarbte. Obwohl er täglich mehrere Stunden im Rehazentrum von Bayer Leverkusen, seinem Jugendklub, zubrachte, „weiter als 60 Grad konnte ich das Knie nicht beugen“.
Auch ein Schmerzkatheter, der ihm für eine Woche gelegt wurde, sorgte nicht für Besserung. Deshalb musste vorletzte Woche eine Vollnarkose herhalten, um das Bein einmal komplett zu strecken und beugen. „Es hätte irgendwann auch von alleine funktioniert“, sagt der Blondschopf. „Aber als Profi-Sportler habe ich nicht so viel Zeit.“
Zur Vorbereitung auf die Rückrunde, so sein Plan, möchte er wieder topfit sein. Angst, dass er das Fußballspielen bis dahin verlernt haben könnte, hat er nicht, auch wenn er natürlich ganz genau weiß, „dass ich Anlaufzeit benötigen werde“.
Bis zu seinem Comeback will er auch endlich seine neue Wohnung in Lehndorf bezogen haben. „Aufgrund der Verletzung hatte ich zunächst keine Zeit, etwas zu regeln.“ Nun aber seien die Möbel bestellt, berichtet Kluft freudestrahlend. Es sind halt die kleinen Dinge, die ihn zuversichtlich stimmen.



