Eintracht - Matthias Henn greift nach einem Jahr wieder an
Braunschweig Ein Jahr lang hatte der Innenverteidiger des Fußball-Zweitliga-Tabellenführers wegen eines Kreuzbandrisses pausieren müssen. Jetzt ist er zurück.
„Ich habe komplett alles mitgemacht“, sagte Henn nach dem ersten Mannschaftstraining. Fast auf den Tag genau nach einem Jahr ist der 27-Jährige zurück. Im Testspiel gegen Werder Bremen am 11. November 2011 hatte sich Henn einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen – den zweiten in seiner Karriere.
„Ich freue mich, dass ich wieder viele Sachen im Kreis der Mannschaft mitmachen kann. Die lange Zeit in der Reha war teilweise schon frustrierend. Man trainiert wochenlang und hat das Gefühl, dass sich nichts tut“, beschreibt er seine Monate lange Wartezeit. Er habe gehofft, nach sieben, acht Monaten wieder auf dem Platz zu stehen, dass es nun schon über ein Jahr dauert, habe er nicht erwartet, sagt Henn.
„Aber es bringt nichts, Frust zu schieben. Für mich war trotz mancher Rückschläge immer klar, dass ich wieder zurück will und Fußball spiele. Davon war ich felsenfest überzeugt“, betont Matthias Henn, der seit seinem Wechsel nach Braunschweig im Sommer 2007 wie kein anderer aus dem Eintracht-Kader unter Verletzungen und Krankheiten leiden musste.
Zwei Kreuzbandrisse, den ersten hatte er im Jahr 2006 in Kaiserslautern erlitten, eine Notoperation nach einem Dünndarmverschluss im Februar 2009 und ein ausgerenkter Ellenbogen im August 2011 zwangen den Defensivspezialisten immer wieder zu Pausen. Fragt man sich da nicht manchmal: Warum immer ich? „Man muss das so hinnehmen. Aber ich denke, ich habe erneut bewiesen, dass ich nicht klein zu kriegen bin“, sagt Matthias Henn kämpferisch. „Aber mir ist in dieser Zeit auch bewusst geworden, dass es andere Dinge im Leben gibt als Fußball. Die Verletzungen haben mir gezeigt, wie schnell alles gehen kann.“
Die Familie, seine Freundin und Freunde, aber auch die Verantwortlichen bei Eintracht seien in den schweren Zeiten sein Rückhalt gewesen. Trotz der schweren Knieverletzung hatte der Zweitligist den auslaufenden Vertrag mit Henn in diesem Sommer um ein Jahr verlängert. „Der Verein hat mich immer unterstützt“, sagt er. Nach dem Zweitligaaufstieg standen für ihn 13 Punktspieleinsätze zu Buche. Bis zu seinem Kreuzbandriss zählte Matthias Henn zu den Stammkräften und Leistungsträgern im Team von Trainer Torsten Lieberknecht.
Das wieder zu werden, ist das große Ziel von Matthias Henn. Dafür hat er in den vergangenen Wochen nach dem Ende seiner Reha in Mainz mit Athletiktrainer Jürgen Rische hart gearbeitet. „Jetzt will ich wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen“, schildert Henn. Im neuen Jahr, so die mit der sportlichen Leitung abgestimmten Pläne, will er dann wieder in den Kampf um die Plätze auf dem grünen Rasen eingreifen.
„Mein großes Ziel, das ich nie aus den Augen verloren habe, ist es, wieder im Eintracht-Stadion zu spielen“, sagt Matthias Henn. Dass er zurück kommen kann, hat er in seine Karriere schon mehrfach eindrucksvoll bewiesen.

