Eintracht macht es am Ende unnötig spannend
FRANKFURTEintracht Braunschweig zieht in der 2. Fußball-Bundesliga einsam seine Kreise. Beim FSV Frankfurt kam der Tabellenführer gestern zu einem hoch verdienten 2:1 (2:0)-Erfolg und hat nach Abschluss der Hinrunde acht Punkte Vorsprung auf den 1. FC Kaiserslautern auf Rang drei, den Relegationsrang. Eintracht, das steht fest, wird auf einem Aufstiegsrang überwintern.
Nach einem Eigentor von Frankfurts Yannick Stark (12. Minute), der Dennis Kruppkes Kopfball ins eigene Tor beförderte, und Orhan Ademis viertem Saisontreffer (33.) schien Eintracht einem ganz sicheren Sieg entgegen zu streben.
Doch dann strapazierte die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht vor 4748 Zuschauern die Nerven der gut tausend eigenen Anhänger in der Schlussphase arg. Nach einem über gut 85 Minuten souveränen Auftritt geriet Eintracht in den vier Minuten vor dem Abpfiff gehörig ins Schwimmen.
Zuerst rauschte ein Gewaltschuss von Manuel Konrad unhaltbar für Schlussmann Daniel Davari ins Eintracht-Tor (87.). In der anschließenden Hektik verpassten die mit dem Mute der Verzweiflung anrennenden Gastgeber bei Tim Heubachs Fallrückzieher in der Nachspielzeit den Ausgleich. Der Ball flog vom Pfosten zurück ins Feld.
„Da hatten wir das Glück des Tüchtigen“, erklärte Torsten Lieberknecht, der sich unmittelbar nach dem Abpfiff deshalb auch nicht richtig über den zwölften Saisonsieg freuen konnte, wie er gestand.
„Es wäre des Guten zuviel gewesen, hätten wir heute einen Punkt gewonnen. Aber gefreut hätte ich mich trotzdem“, gab FSV-Trainer Benno Möhlmann nach Spielende zu. „Eintracht hat uns nach dem 0:1 ganz klar die Grenzen aufgezeigt. Sie haben uns sehr gut vom Tor weggehalten und immer wieder gefährliche Konter gefahren. Da hätte in der einen oder anderen Situation auch das dritte oder vierte Tor gegen uns fallen können“, sagte Möhlmann.
Genau das aber war es, was sich die Eintracht-Spieler gestern vorwerfen lassen mussten: die mangelnde Chancenverwertung. Eine Aneinanderreihung der besten Möglichkeiten: Fernschuss Mirko Boland (20.), Direktabnahme Domi Kumbela (21.), Kruppke-Schüsse (35., 53.), Gianluca Korte (62.). Fünfmal blieb FSV-Torhüter Björn Klandt Sieger in den diesen Duellen. Und nach dem Frankfurter Anschlusstreffer boten sich Kumbela (88.) und Kruppke (90.), der nur die Torlatte traf, Chancen, die beide Eintracht-Torjäger sonst kaum einmal auslassen. „Wir hätten mindestens eine dieser Chancen nutzen müssen“, stellte Lieberknecht fest. Eintracht hätte sich und den Fans das Zittern bei eisiger Kälte ersparen können.
Am insgesamt verdienten Sieg gab es keine Zweifel.
