Eintracht-Kapitän im Klub der Hunderter
Braunschweig Dennis Kruppke absolvierte am Sonntag sein 100. Zweitliga-Spiel. Gefeiert wurde am Montag allerdings aus einem anderen Grund.
Im Hause Kruppke wurde am Montag gefeiert. Grund dafür war allerdings weniger das 100. Zweitliga-Spiel, das Papa Dennis am Sonntag in Kaiserslautern absolviert hatte, sondern vielmehr der erste Geburtstag von Tochter Ella Luise. Da traf es sich gut, dass die Eintracht-Profis trainingsfrei hatten – und das Familienoberhaupt bei seiner Familie an der Kaffeetafel Platz nehmen konnte.
Und das mit allerbester Laune, schließlich waren Kruppke und seine Mitspieler am Tag zuvor auf dem Betzenberg auch im achten Saisonspiel unbesiegt geblieben. In seiner im Sommer abgegebenen Prognose, der Vorjahresaufsteiger werde im angeblich so verflixten zweiten Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun haben, sieht sich der Kapitän nach dem ersten Saisonviertel mehr als bestätigt. „Da war ich mir aber auch ziemlich sicher. Ich hätte nicht gewusst, warum es in dieser Saison plötzlich hätte schlechter für uns laufen sollen.“
Überrascht habe ihn lediglich, welche Konstanz die Mannschaft zuletzt an den Tag gelegt hat. „Das zeigt, dass wir uns wieder ein Stück weiterentwickelt haben“, sagt der 32-Jährige, der stolz drauf ist, „dass wir die Leute wieder zum Träumen gebracht haben“. Ein Vorteil sei, dass man „befreit aufspielen“ könne – im Gegensatz zu diversen Konkurrenten. „Es gibt fünf, sechs andere Teams, die eigentlich oben stehen müssten.“
Mit drei Toren und einer Vorlage hat Kruppke wesentlichen Anteil am Höhenflug der Braunschweiger. Dabei hatten einige Beobachter im Sommer bereits spekuliert, dass der Kapitän nach seiner allenfalls mittelmäßigen Rückrunde möglicherweise seinen Stammplatz verlieren könnte. „Das ist immer das Problem, wenn man die Messlatte so hoch legt“, sagt der Offensivakteur mit Blick auf die neun Tore, die er vergangene Saison in der Hinrunde erzielt hatte. Auch wenn in der zweiten Halbserie nur noch ein Treffer folgte, habe er nie an sich gezweifelt, betont der gebürtige Lübecker. „Ich wusste immer, dass ich irgendwann wieder torgefährlich werde.“
Obwohl Kruppke, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, mit seinen 32 Jahren längst zu den ältesten Eintracht-Profis zählt, verschwendet er noch keinen Gedanken an ein mögliches Karriereende. „Wenn ich mich nur noch quälen muss, höre ich auf“, kündigt der Routinier an. „Noch ist das aber nicht der Fall.“
Ganz spurlos, räumt der Familienvater schmunzelnd ein, ginge das Alter aber auch an ihm nicht vorbei. An den Tagen nach Spielen bräuchten seine Gelenke nach dem Aufstehen eine Weile, um in Tritt zu kommen. „Das ist nicht mehr wie mit Anfang 20.“ Damals hätte er nach den Spielen auch noch bis morgens früh feiern können, „das ist heute nicht mehr drin“.
Auf seinen 100. Zweitliga-Einsatz ist der Kapitän durchaus stolz. „Hätte mir das zu Beginn meiner Karriere jemand vorhergesagt, hätte ich das dankend angenommen.“ Anlass zu einer großen Party war das Jubiläum dann aber doch nicht. Der Geburtstag von Tochter Ella Luisa dafür umso mehr.
