Eintracht gewinnt gegen polnischen Meister
Oliva Eintracht Braunschweig gewann am Mittwoch auch das zweite Testspiel im Trainingslager im spanischen Oliva.
Gegen den polnischen Meister Wisla Krakau siegte die Eintracht 2:0.
Torsten Lieberknecht blickte in verdutzte Gesichter. Nach dem 2:0-Sieg im Testspiel gegen Wisla Krakau hatte jeder erwartet, der Eintracht-Coach wäre zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft und würde seinen Schützlingen ein Lob aussprechen. Schließlich hatten die Blau-Gelben einen Gegner von internationalem Format in die Knie gezwungen. Der polnische Meister hat, das darf man nicht vergessen, in der Europa-Liga überwintert.
Umso überraschender, dass Lieberknecht mit ernster Mine konstatierte: „Wir können besser spielen.“ So sei er mit dem Auftritt seiner Mannschaft am Samstag, als eine Auswahl arbeitsloser spanischer Fußballer nur knapp mit 1:0 bezwungen wurde, zufriedener gewesen.
„Heute aber gab es viele kleine Feinheiten, die mir nicht gefallen haben“, sagte Lieberknecht. Dazu habe unter anderem das Anrennen bei gegnerischem Ballbesitz gezählt. Alles Dinge, die vorher besprochen worden wären, grantelte der 38-Jährige. „Dann erwarte ich auch, dass das konsequent umgesetzt wird.“
Bei aller Kritik ist jedoch nicht auszuschließen, dass es gestern psychologische Gründe waren, weshalb der Fußball-Lehrer unerwartet hart mit seinen Akteuren ins Gericht ging. Denkbar, dass Lieberknecht verhindern will, dass sich die Mannschaft zu viel auf den Sieg einbildet und dementsprechend im Training einen Gang zurückschaltet.
Man sollte nicht verschweigen, dass im Spiel des Aufsteigers gestern zahlreiche positive Dinge zu entdecken waren. Zum Beispiel die Tatsache, dass die neu formierte Vierer-Kette wenig anbrennen ließ und zum zweiten Mal in Folge zu Null spielte. Es zeichnet sich mehr und mehr ab, dass Jan Washausen, Ermin Bicakcic, Deniz Dogan und Norman Theuerkauf bei der Rückrunden-Fortsetzung in Frankfurt den Abwehr-Verbund bilden könnten.
Zumal zwei aus diesem Quartett auch noch für die Tore gegen Krakau verantwortlich zeichneten. Innenverteidiger Dogan brachte die Blau-Gelben nach 24 Minuten mit einem satten Schuss aus rund zehn Metern in Führung. Vorausgegangen war ein von Domi Kumbela verlängerter Vrancic-Eckball.
Für die Entscheidung gegen den polnischen Meister sorgte in der 69. Minute Norman Theuerkauf mit einem direkt verwandelten Freistoß.
Auch Mathias Fetsch darf sich Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen. Als offensiver Mittelfeldspieler im 4-2-3-1-System hinterließ er gestern wie schon am Samstag einen ordentlichen Eindruck.
Dass der Rotschopf in den Wochen vor Weihnachten in der Öffentlichkeit so schlecht weg kam, findet Trainer Lieberknecht nicht okay. „In München hat er vier hundertprozentige Torchancen vorbereitet“, nimmt der Coach den Offensivmann in Schutz.
