Eintracht gewinnt 1:0 gegen FC St. Pauli
Braunschweig Kurs Herbstmeisterschaft! Eintracht Braunschweig gewinnt das Punktspiel gegen den 1. FC St. Pauli mit 1: 0 und bleibt unangefochten Spitzenreiter.
Eintracht Braunschweig hat sich von der ersten Saisonpleite nicht beeindrucken lassen und die Tabellenführung der 2. Fußball-Bundesliga erfolgreich verteidigt. Vier Tage nach dem 1:3 in Cottbus gewann die Eintracht am Mittwoch gegen den FC St. Pauli mit 1:0 (1:0) durch ein Tor von Dominick Kumbela (17. Minute).
Die Hamburger mussten rund 60 Minuten in Unterzahl spielen, nachdem Fin Bartels bereits in der 22. Minute wegen groben Foulspiels die Rote Karte gesehen hatte. Auch Braunschweig beendete die Partie zu zehnt. Benjamin Kessel sah in der Schlussphase Gelb-Rot (81.).
Am Ende musste Eintracht Braunschweig noch um den Erfolg zittern. Als Schiedsrichter Felix Zwayer die Partie nach 94 Minuten Abpfiff, rissen die Spieler die Arme in die Höhe. Der 1:0 (1:0)-Sieg im Zweitliga-Duell mit dem FC St. Pauli war vor 21 400 Zuschauern, davon 1700 Gästefans, unter Dach und Fach.
Domi Kumbela hatte mit seinem achten Saisontor den achten Heimsieg des Tabellenführers besiegelt. Nach einer Ecke hatte Dennis Kruppke den Torjäger mustergültig bedient, und der ließ Philipp Tschauner mit seinem platzierten Schuss keine Chance. 1:0 nach 17 Minuten. Im dritten Spiel in Folge war Kumbela erfolgreich.
Eine weitere Schlüsselszene folgte nur fünf Minuten später. An der Außenlinie stürzte sich St. Paulis Fin Bartels mit gestrecktem Bein Benjamin Kessel entgegen und holte den Eintracht-Abwehrspieler von den Beinen. Zwayer zeigte sofort Rot. Vertretbar.
In Unterzahl waren die Hamburger fortan chancenlos. Eintracht dominierte und zeigte sich sehr clever. Sehr konzentriert und diszipliniert spulte die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht ihr Pensum ab. Gegen die passiven, um das Spiel nicht bemühten Gäste ließen sich die Eintracht-Spieler nicht zu überhasteten Aktionen hinreißen. Mag auch die Spielweise für die Zuschauer nicht allzu attraktiv gewesen sein, sie war auf jeden Fall erfolgsorientiert.
„Was soll ich sagen? Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Sie hat super gefightet auf einem nicht so ganz einfach zu bespielendem Platz. Von der Laufbereitschaft und vom Willen her war das sehr gut“, lobte Lieberknecht.
Und es war auch für die Eintracht-Spieler nicht ganz leicht. Denn nachdem Deniz Dogan im Abschlusstraining signalisiert hatte, nicht mitwirken zu können, musste Lieberknecht seine Defensive komplett umstellen. Für Dogan rückte Ken Reichel in die Mitte, dessen Platz links in der Abwehr übernahm Steffen Bohl. Für den verteidigte Benjamin Kessel rechts. Der 25-Jährige erwies seiner Mannschaft bei seinem erst vierten Saisoneinsatz allerdings nach 81 Minuten einen Bärendienst. Nach zwei Fouls innerhalb von nicht einmal zwei Minuten wurde er mit Gelb-Rot in die Kabine geschickt.
St. Pauli, bis dahin ohne nennenswerte Torchance, versuchte, mit dem Mute der Verzweiflung noch zu einem Punkt zu kommen. So offensiv wie in der Schlussphase waren die Hamburger zuvor nie gewesen. Da entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Doch Eintracht stemmte sich mit letzter Kraft gegen die Angriffe. Und hatte selbst bei vier Kontern Riesenchancen das Zittern zu beenden. Die eingewechselten Orhan Ademi (88., 89., 90.+3) und Randy Edwini-Bonsu vergaben.
Damit bleibt Braunschweig mit 37 Punkten auch nach dem 16. Spieltag Spitzenreiter und hat bereits neun Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz. Von Beginn an zeigten sich die Niedersachsen vor 21 400 Zuschauern im ausverkauften Eintracht-Stadion gut erholt von der Niederlage am Samstag. Kumbelas wunderschönes Tor von der Strafraumgrenze brachte die Eintracht früh auf Kurs.
Umstritten war der Platzverweis von Bartels, der zu hart gegen Kessel eingestiegen war. „Das ist für mich keine Rote Karte. Der Schiedsrichter entscheidet hier leider das Spiel mit“, wetterte St. Paulis Manager Rachid Azzouzi zur Pause.
Auch am zweiten Teil des 16. Spieltages der 2. Bundesliga haben die Fans ihren stillen Protest gegen das geplante Sicherheitskonzept im deutschen Fußball fortgesetzt. Bei den vier Partien am Mittwoch schwiegen viele Zuschauer wie geplant während der ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden.
Beim Spiel des MSV Duisburg gegen Union Berlin blieb der Gäste-Block sogar leer. Die Union-Anhänger warteten die ersten Minuten hinter einer Balustrade, ehe sie ihre Plätze einnahmen. Im Liveticker auf der Homepage des FC Ingolstadt hieß es über die ersten Minuten gegen Erzgebirge Aue, es herrsche „gespenstische Stille“. Auch beim Topspiel von Spitzenreiter Eintracht Braunschweig gegen den FC St. Pauli war nur wenig zu hören. In der Partie SV Sandhausen gegen Energie Cottbus war von Stimmung ebenfalls keine Spur.
Bereits am Dienstag hatten die Anhänger in den Spielen der 1. und 2. Bundesliga in den jeweils ersten zwölf Minuten auf laute Gesänge verzichtet. Die Fan-Szene will an diesem und zwei weiteren Spieltagen der Bundesligen gegen das geplante Sicherheitskonzept protestieren. Dieses wollen die 36 Proficlubs bei ihrer Vollversammlung am 12. Dezember verabschieden. Der Auftakt der Schweige-Aktion am Wochenende in der 3. Liga war wenig spektakulär ausgefallen. dpa


