Eintracht fehlen noch 21 Punkte bis zur ersten Liga
Braunschweig 65 Punkte haben in den vergangenen zehn Jahren fast immer zum Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse gereicht. Einmal taten es sogar 55 Zähler.
Mit 44 Punkten zur Winterpause ist Eintracht Braunschweig das Maß aller Dinge in der zweiten Fußball-Bundesliga. Der sportliche Leiter der Blau-Gelben, Marc Arnold, hat zuletzt jedoch mehrfach betont, dass der Aufstieg trotz der guten Ausgangslage kein Selbstläufer werde.
Als mahnendes Beispiel führt der 42-Jährige immer wieder Fortuna Düsseldorf an. Die Rheinländer hätten vor einem Jahr zum gleichem Zeitpunkt „ähnlich gut“ dagestanden, sagt Arnold, sich dann aber „letztlich nur gerade noch so in die Relegation gerettet“. Das Beispiel Fortuna ist nicht ganz falsch – allerdings auch nicht ganz richtig, wie ein Blick in die Statistik zeigt.
• Denn anders als die Braunschweiger, die zur Winterpause bereits stolze zwölf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz haben (auf Platz 4 sind es gar 15), betrug das Punktepolster der Düsseldorfer letzte Saison gerade einmal spärliche drei Punkte.
• Überhaupt verheißt die Zweitliga-Statistik allerhand Gutes für die Braunschweiger: So haben in den zurückliegenden zehn Saisons von den Teams, die nach 19 Spieltagen auf Platz 1 standen, letztlich neun den Erstliga-Aufstieg bejubelt. Neun von zehn! Lediglich Rot-Weiß Oberhausen wurde in der Spielzeit 2003/2004 von der Tabellenspitze auf Platz 5 durchgereicht. Die 18 Punkte, die der Klub aus dem Ruhrgebiet damals an den verbleibenden 15 Spieltagen noch holte, waren am Ende zu wenig.
• Der Braunschweiger Eintracht würde diese Ausbeute hingegen fast schon zum Aufstieg reichen. Addiert man zu den derzeit 44 Punkten besagte 18, kommt man unterm Strich auf 62 Zähler. Dieser Wert hätte in sieben der letzten zehn Spielzeiten am Saisonende zumindest zum Erreichen des dritten, also des Relegationsplatzes gereicht. In der Saison 2003/2004 genügten der Zweitplatzierten Arminia aus Bielefeld sogar 56 Punkte zum direkten Wiederaufstieg in Liga 1.
• Ganz auf der sicheren Seite sind die Schützlinge von Trainer Torsten Lieberknecht, wenn sie nach der Winterpause von den noch zu vergebenden 45 Punkten mindestens 21 holen. 44 plus 21 macht nämlich 65. Und die haben in der Vergangenheit fast immer für Platz 2, definitiv jedoch für Platz 3 gereicht.
• Um auf 21 Punkte zu kommen, würde es schon reichen, die Blau-Gelben gewännen ihre noch verbleibenden sieben Heimspiele. Wobei das gar nicht nötig ist; reichen würden schon fünf Siege (à 3 Punkte) und sechs Unentschieden (à 1 Punkt).
• Was wiederum bedeutet, dass die Blau-Gelben von den verbleibenden 15 Begegnungen nahezu jede dritte verlieren könnten – und am Ende trotzdem aufsteigen würden. Aber mal ehrlich: Warum sollte der Spitzenreiter, der in der Hinrunde nur eine Niederlage kassiert hat, plötzlich reihenweise Spiele verlieren?
• Ein in diesem Zusammenhang gerne angeführtes Argument ist das Verletzungspech, das eine Mannschaft ereilen kann. Nun kann man von der Eintracht aber wahrlich nicht behaupten, dass sie von diesem bisher verschont geblieben wäre.
Kevin Kratz, zu Saisonbeginn in überragender Verfassung, hat seit Ende Oktober kein Spiel mehr bestritten. Verteidiger Marcel Correia verpasste aufgrund einer Knieverletzung zahlreiche Spiele. Selbst die Ausfälle von Dennis Kruppke; Deniz Dogan und Norman Theuerkauf wurde im Heimspiel gegen Union Berlin kompensiert.
• Kurzum: Eigentlich kann in Sachen Aufstieg nicht mehr viel schief laufen. Bleibt zu hoffen, dass die Regeln der vergangenen Jahre nicht ausgerechnet in dieser Saison von einer Ausnahme bestätigt werden.

