Eintracht erkämpft 2:1-Sieg gegen Paderborn
Braunschweig Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte – So startet Eintracht Braunschweig in die neue Saison der 2. Liga. Die Blau-Gelben gewannen gegen Paderborn 2:1.
19.51 Uhr, ohrenbetäubender Jubel der 19 500 Zuschauer: Dank einer starken, leidenschaftlich geführten zweiten Halbzeit erkämpfte sich Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig gestern Abend den dritten Sieg im dritten Saisonspiel. Die Mannen von Trainer Torsten Lieberknecht, die nach der Pause bis zum Wadenkrampf rackerten, verteidigten mit dem 2:1 (0:1) gegen den SC Paderborn die Tabellenführung. Als erste Party gab die Mannschaft ein Tänzchen vor der Südkurve, von der aus der Funke aufs Feld übersprang.
„Wir haben uns in der taktisch geprägten ersten Halbzeit zu wenig bewegt, waren zu ungenau im Passspiel. Das haben wir nach der Pause abgestellt“, sagte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht. „Die Mannschaft hat sich sensationell zurückgekämpft. Das ist für alle eine riesige Geschichte. Aber wir werden mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben.“
Sein Paderborner Gegenüber, Stephan Schmidt, sprach davon, dass seine junge Mannschaft diesem ungeheuren Druck auf dem Feld, aber auch von den Braunschweiger Zuschauern nicht standgehalten habe. „Wir haben am Ende alles versucht, aber mehr war nicht drin.“
In einer ersten Halbzeit ohne Nervenkitzel und Gänsehaut-Atmosphäre neutralisierten sich beide Mannschaften in einem rappelvollen Mittelfeld. Taktisch sehr diszipliniert und immer auf Sicherheit bedacht ließen beide den Ball laufen. Das Spiel ohne Torraum-Szenen – nur zwei Freistöße von Kevin Kratz sorgten für ein wenig blau-gelbe Gefahr – plätscherte 34 Minuten so dahin, bis eine Verkettung von Fehlern fast aus dem Nichts heraus die Paderborner Führung ermöglichte und Eintracht zwang, mehr zu riskieren.
SC-Außen Daniel Brückner schaffte es gegen Ken Reichel, sich bis an die Grundlinie durchzumogeln, flankte scharf nach innen in den Strafraum, wo Paderborns einzige Spitze, Deniz Yilmaz, lauerte und am zu spät heranspringenden Marcel Correia vorbei unhaltbar einschoss.
Lieberknecht reagierte schon in der Halbzeit. Für den ohne rechte Bindung zum Spiel bleibenden Raffael Korte kam Orhan Ademi als zweite Spitze neben Domi Kumbela. Kapitän Dennis Kruppke rückte dafür zurück ins rechte Mittelfeld, um die Fäden zu ziehen.
Endlich entwickelte sich ein emotionales Spiel. Bissig, energisch, schnell – Eintracht drängte angefeuert von den erwachten Zuschauern, Paderborn foulte, um sich dem Druck zu entziehen oder weil sich der eine oder andere nicht mehr zu helfen wusste.
Doch die Taktik ging nicht auf. In nur fünf Minuten drehten die BlauGelben das Spiel. Erst hämmerte Deniz Dogan in der 62. Minute nach einer Ecke von Kevin Kratz einen Kopfball ins Paderborner Tor. Das wäre ihm fast schon gegen Köln gelungen. Vor zwei Wochen ging der Kopfball an die Latte, diesmal scharf drunter ins Netz
Wenig später legte Kapitän Dennis Kruppke mit einem satten Linksschuss nach. Ein toller Spielzug, eingeleitet von Correia, dann Ademi und Kumbela im Doppelpass, Kumbela auf Kruppke – Tor! Domi Kumbela hatte ihn mit einem Super-Pass freigespielt.
Gerade mal sechs Minuten dauerte das Spiel Vrancic gegen Vrancic. Eintracht-Trainer Lieberknecht hatte Damir Vrancic bis zur 84. Minute auf der Bank gelassen. Er kam für Kapitän Dennis Kruppke ins Spiel. Sein Bruder Mario Vrancic stand von Beginn an in den Reihen des SC Paderborn. Einzig bemerkenswert: seine gelbe Karte in der 58. Minute.

