Eintracht Braunschweigs Abwehr und ihr Anteil am Erfolg
Braunschweig Die Verfolger patzen – Eintracht Braunschweig schüttelt die Konkurrenz immer weiter ab. Auch dank der bärenstarken Abwehr, die erst drei Gegentore in neun Spielen zuließ.
Ein Tor geschossen, mit den Kollegen die Null gehalten – Innenverteidiger Ermin Bicakcic hatte einen guten Tag. Neun Spiele, neunmal Startelf, kein Mal ausgewechselt. Fast 68 Prozent gewonnene Zweikämpfe über die bisherige Saison gesehen, dabei nur sieben Fouls und 83 Prozent gewonnene Duelle gegen Bochum: Ermin Bicakcic ist aus Eintrachts Innenverteidigung nicht wegzudenken – wie sein Kollege Deniz Dogan, ein fast perfekt harmonierendes Duo. Und seit Sonnabend steht Bicakcic auch auf der Torschützenliste.
„Ich habe noch keine Wiederholung im Fernsehen gesehen. Vom Gefühl her war es ein reguläres Tor“, sagte der 22-Jährige, der in der 21. Minute das Führungstor gegen Bochum erzielt hatte. „Ich steige hoch, Bochums Torhüter segelt vorbei, ich schiebe den Ball mit dem Hinterkopf ins Tor. Aber was soll die Diskussion: Der Schiedsrichter hat das Tor gegeben.“
Dass Bochum eine spielstarke Mannschaft mit bekannten Namen wie Paul Freier hat, war allen klar. Dass die Westdeutschen so stark loslegen, überraschte etwas. „Der VfL hat fast überfallartig begonnen, wir hatten Anlaufschwierigkeiten“, gibt Bicakcic zu. Aber mit der gewohnten Kampfkraft und Leidenschaft erfüllte die Abwehr der Löwen mal wieder ihren Auftrag. „Wir haben die Null gehalten.“
Die Eins ist dagegen etwas für Orhan Ademi. Der Neuzugang mit der Nummer neun zeigte erneut seine Effizienz. Nach dem starken Auftritt mit dem Tor in Kaiserslautern nahm ihn Trainer Torsten Lieberknecht am Sonnabend gegen Bochum in die Start-Elf – und der 20-jährige U-21-Nationalspieler der Schweiz zahlte das Vertrauen mit einer guten Leistung zurück.
Eiskalt verwandelte Ademi nach 63. Minuten, als er an der Strafraumgrenze freie Schussbahn hatte. Sein dritter Saisontreffer, nur Kapitän Dennis Kruppke hat derzeit einen mehr auf der Liste. Stamm-Stürmer Domi Kumbela dagegen hatte auch gegen Bochum erneut große Chancen. Dem Kongolesen fehlt derzeit aber das letzte Quentchen Genauigkeit und eine Portion Glück.
„Für mich läuft es im Moment natürlich super. Ich bin froh, dass ich das wichtige zweite Tor gemacht habe. Aber allein schaffe ich das natürlich auch nicht“, sagt der 20-Jährige lächelnd, der sich gestern noch nach Zürich aufmachte, wo sich die Schweizer U-21-Auswahl auf ihr Spiel gegen Deutschland vorbereitet, das Freitag in Leverkusen stattfindet.
Linksverteidiger Ken Reichel und seine Kollegen freuen sich dagegen auf das punktspielfreie Wochenende. „Natürlich ist es wichtig, die Akkus wieder voll aufzuladen. Das war heute bei dem Untergrund natürlich ein anstrengendes Spiel.“
