Eintracht besiegt Rostock 3:2
Braunschweig Mit einem knappen Sieg gegen Abstiegskandidat Hansa Rostock rückt Eintracht Braunschweig auf den siebten Tabellenrang in der 2. Bundesliga vor.
Zweimal eine Führung abgegeben, aber nie aufgesteckt, zwei äußerst wirksame, spielentscheidende Einwechslungen und erneut ein tolles Freistoßtor – Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig hat sich am Sonntag für seinen großen Einsatz vor 21.990 Zuschauern selbst belohnt und einen 3:2 (2:1) gegen Mitaufsteiger Hansa Rostock erkämpft.
Die Blau-Gelben – jetzt Siebter – haben damit 35 Punkte auf dem Konto, haben in der Tabelle Union Berlin überholt und den Klassenerhalt so gut wie in der Tasche. Hansa dagegen behält mit nur 16 Punkten die rote Laterne des Schlusslichts.
"Endlich mal wieder den Fahrstuhl nach oben genommen"
„Wir haben für diesen Sieg sehr viel getan. Manchmal hat meine Mannschaft das Selbstvertrauen vermissen lassen, aber wenn es darauf ankam, hatte sie immer die perfekte Lösung parat“, bilanzierte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht. „Wir haben nach den vielen Unentschieden endlich mal wieder den Fahrstuhl nach oben genommen. Und wenn er manchmal Stromausfall hatte, haben wir die richtigen Knöpfe gedrückt.“
Den Leitfaden dafür gab Lieberknecht von der Außenlinie vor: Schon nach 31 Minuten holte er Mittelfeldlenker Damir Vrancic vom Feld, schaltete von einem 4-1-4-1 auf ein 4-4-2-Spielsystem um, um den Druck auf die Rostocker Innenverteidiger zu erhöhen. „Die hatten zuviel Zeit“, so Lieberknecht.
Mit dem eingewechselten zweiten Stürmer, Randy Edwini-Bonsu, kam neuer Schwung. Mut zum Dribbling, hohes Tempo – der Kanadier wirbelte, wenn auch manchmal vielleicht zuviel. Aber er leitete das wunderschön herausgespielte 2:1 durch Domi Kumbela ein (52.), das Dennis Kruppke mit einem Pass in den Rücken der Rostocker Abwehr einleitete – wenn auch aus Abseits-Position.
Eintracht drehte in den letzten 30 Minuten noch einmal auf
Auch der zweite Wechsel saß. Nico Zimmermann kam nach gut einer Stunde für Julius Reinhardt. Sechs starke Minuten mit drei Großchancen folgten und in der 79. Minute krönte Zimmermann seinen Arbeits-Nachmittag. Einen 18-Meter-Freistoß jagte er in die Torwart-Ecke, Edwini-Bonsu war gefoult worden. Von diesem Schlag erholte sich Rostock nicht mehr, Braunschweig hatte in den abschließenden 30 Minuten mehr zuzusetzen, körperlich und mental. Auch die Braunschweiger Führung resultierte aus einem Standard. Die erste Ecke, getreten von Vrancic, wurde im Gewimmel vor Rostock-Torhüter Kevin Müller verlängert, Norman Theuerkauf drosch den Ball unter die Latte (7.).
Rostock war eine Stunde lang ebenbürtig, egalisierte durch Timo Perthel (14. – eine Wiederholung des Eintracht-Tores nur auf der anderen Seite) und Tobias Jänicke (52.) zweimal die Eintracht-Führung. „Wenn man morgens aufwacht und hat ein Spiel gewonnen, ist das immer besser“ – auf diesen Nenner brachte es lachend Marc Pfitzner. Also: Was für ein schöner Morgen.

