Eintracht begegnet Dauerregen mit Spielchen und bester Laune
Belek Strömender Regen in Belek konnte die Vorbereitung auf die Saisonfortsetzung nicht stoppen. Trainer Lieberknecht zog das Übungspensum voll durch.
Wasserspiele im Trainingslager im türkischen Belek. Die Fußballer von Zweitligist Eintracht Braunschweig haben schon das eine oder andere Mal im Regen trainiert. Wohl aber noch nie unter Bedingungen, wie sie gestern den ganzen Tag über in Belek herrschten. „Ich selbst habe so etwas erst einmal erlebt, als ich beim 1. FC Kaiserslautern spielte“, erinnerte sich Co-Trainer Jürgen Rische. In einem Trainingslager in Spanien habe der FCK nach vier Tagen Dauerregen die Heimreise angetreten. Das droht den Braunschweiger in der Türkei wohl nicht.
In der Nacht hatten bei böigem Wind die wolkenbruchartigen Regenfälle eingesetzt, und sie ließen nicht nach. Torsten Lieberknecht und sein Trainerteam hatten dennoch nicht vor, die Übungsstunde am Vormittag ausfallen zu lassen. Und sie hatten anscheinend genau die richtige Idee. In einem Zirkel mit zwölf Stationen waren die Eintracht-Profis gut 90 Minuten lang unterwegs und hatten dabei trotz völlig durchnässter Schuhe und Kleidung augenscheinlich viel Spaß. Paarweise maßen sich Spieler bei Übungen mit dem Ball, bei denen auch immer kurze Laufstrecken zurückgelegt werden mussten.
Zielschießen auf hoch aufgehängte Ringe, in 15 Meter entfernt stehende Abfalltonnen, Schüsse ohne Bodenkontakt auf kleine Tore sowie Jonglieren mit Tennisbällen und weitere Technikübungen – je über fünf Minuten – standen auf dem Programm. „Die Übungen machen Spaß, und die Jungs merken erst später, dass sie viel gelaufen sind“, sagte Lieberknecht angesichts der vielen „versteckten“ 15-Meter-Strecken.
Schon nach wenigen Minuten bis auf die Haut durchnässt, ließen die Profis bei noch immer angenehmen Temperaturen von über zehn Grad ihrer Spielfreude freien Lauf. Als mit Abstand schwierigste Übung entpuppte sich dabei das Versenken des Spielgeräts in vier Abfallbehältern. So prüfte Marc Pfitzner nach mehreren ganz knapp verfehlten Versuchen, ob denn der Ball überhaupt durch die Öffnung passte und stopfte ihn per Hand in die Tonne. Passte.
Matthias Henn bejubelte seinen Tonnen-Treffer – einen der ersten überhaupt – mit einem Bauchklatscher in eine der großen Pfützen. Eintracht-Fans, die das Training bis zum Ende mehr oder weniger gut beschirmt verfolgten und sich von der guten Stimmung der Spieler anstecken ließen, feuerten sie an, beklatschten und flachsten. Nach eineinhalb Stunden zogen alle klitschnass von dannen, während der Platzwart bedrückt über den arg strapazierten Rasen schritt. Für ihn hielt sich der Spaß deutlich in Grenzen. Der Platz am Sueno Hotel wurde gesperrt. Am Nachmittag wich Eintracht zum Training ins 40 Kilometer entfernte trockene Side aus.

