Eintracht auf Transfermarkt bescheiden - nur vier Neue
Braunschweig Kein Fußball-Zweitligist verpflichtete vor dem Saisonstart weniger Neuzugänge als Braunschweig. Bundesliga-Absteiger klotzen für den Aufstieg.
Die Bundesliga-Absteiger sind die Aufstiegsfavoriten in der zweiten Fußball-Bundesliga. Mit Hertha BSC, dem 1, FC Köln und dem 1. FC Kaiserslautern sind drei Teams aus dem Oberhaus in die Liga gekommen, die zu den namhaften Klubs des Landes zählen. Und sie wollen mit aller Macht die „Betriebsunfälle Abstieg“ umgehend reparieren. Aus sportlichen und vor allem wirtschaftlichen Gründen.
Denn mit Gegnern wie den Aufsteigern Sandhausen, Aalen und Regensburg sowie Aue oder FSV Frankfurt lassen sich die großen Arenen nicht füllen. 14 500 Menschen leben in der Gemeinde Sandhausen, gelegen vor den Toren Heidelbergs. In Berlin, Hamburg, Köln, Kaiserslautern oder auch München, Dresden und Braunschweig strömen deutlich mehr Zuschauern zu den Heimpartien der Traditionsvereine als Sandhausen Einwohner hat.
Um den wirtschaftlichen Niederungen der zweiten Liga schnell wieder zu entkommen, versuchen die Erstliga-Absteiger, mit nur wenig abgespeckten Etats – die noch immer bei 30 Millionen und mehr liegen – die direkte Rückkehr zu schaffen, weiterhin mit Gehältern auf Erstliganiveau. Eintracht Braunschweig plant die zweite Saison nach dem Aufstieg mit einem auf 15 Millionen leicht erhöhtem Gesamtetat. Mit lediglich vier Neuzugängen – Kevin Kratz, Orhan Ademi, Jonas Erwig-Drüppel und dem verletzten Björn Kluft – trat Eintracht am Transfermarkt am bescheidensten von allen Zweitligisten auf. Köln (17/Neuzugänge/18 Abgänge und freigestellte Spieler), Kaiserslautern (11/8), Kaiserslautern (14/13), St. Pauli (10/13), FSV Frankfurt (12/17) oder Bochum (13/10) waren sehr aktiv.
Berlin lockte unter anderem Sami Allagui aus Mainz, Peer Kluge aus Schalke und Sandro Wagner aus Bremen (siehe Text unten) und reinvestierte dafür einen Teil der zehn Millionen Euro, die der Transfer von Raffael nach Kiew brachte. In Köln freuten sich die Verantwortlichen über die rund 13 Millionen aus dem Podolski-Verkauf an Arsenal London. Denn die finanzielle Situation der Kölner ist angespannt. Der Auftaktgegner der Braunschweiger versucht seit Wochen, teures Personal wie Geromel, Rensing oder Novakovic von der Gehaltsliste zu bekommen. Die 17 Neuzugänge der Kölner kamen ausnahmslos ablösefrei.
Kaiserslautern hingegen zahlte für Mohamadou Idrissou geschätzt eine Million Euro, in der Hoffnung er werde die Pfälzer zurück ins Oberhaus schießen.

