Ein Team, ein Ziel: Aachen besiegen
Viel investiert, aber nichts herausbekommen. Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig verließ am Freitagabend den Fußball-Tempel Allianz Arena zwar mit viel Lob seitens des gastgebenden TSV 1860 München, aber ohne Punkte.
"Ich schäme mich etwas, weil wir katastrophal gespielt und trotzdem 3:0 gewonnen haben", räumte 1860-Profi Stefan Aigner ein. "Letztlich zählen aber nur die drei Punkte." Vor nur 16400 Zuschauern in der kärglich gefüllten Arena hatte Aigner (32.) die Führung erzielt, Djordje Rakic (58.) und Benjamin Lauth (65.) legten für die Münchener Löwen nach.
"Immer wenn wir gute Druckphasen hatten, haben uns die Sechziger ausgekontert", bilanzierte Ken Reichel. "Von der spielerischen Leistung her können wir zwar über weite Strecken zufrieden sein. Aber was nutzt das alles, wenn das Ergebnis nicht stimmt?"
Eintrachts linker Verteidiger will wie das gesamte Team der Schlappe aber nicht lange nachtrauern. Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, der außer der eklatanten Abschlussschwäche wohl gar nicht mal so viel zu kritisieren hatte, richtete schon kurz nach dem Abpfiff die Blaugelben neu aus. "Jetzt wollen wir am Sonntag im letzten Punktspiel für dieses Jahr gegen Aachen alles tun, um die Punkte auf unserem Konto abzubuchen. 28 Punkte sind schön, 31 Punkte wären schöner", sagte Reichel.
Der Außenverteidiger ist übrigens Mr. Zuverlässig bei der Eintracht. Keiner hat mehr Spielminuten als er. Nur 45 Minuten hat der Mann mit der Nummer 19 in dieser Saison bisher verpasst – die zweite Halbzeit beim 0:3 gegen Eintracht Frankfurt war das. Seither ist Reichel, der heute in einer Woche 25 Jahre alt wird, ein Dauerbrenner und -renner.
Sein Fazit der bisherigen Saison sieht daher positiv aus, klar. "Ich habe mich weiterentwickelt, habe viel dazugelernt, was Cleverness oder mein Offensivspiel anbelangt. Es macht großen Spaß." An Freitagen wie dem vorigen natürlich weniger.
Wenn es um Gegenspieler geht, die ihm nicht aus dem Kopf gehen, die ihm eine schlaflose Nacht bereitet haben, fällt nur ein Name: Thomas Müller – 1. August 2011, DFB-Pokal, 0:3-Niederlage in einem Live-Spiel der ARD und das im Eintracht-Stadion. "Das war so ein Abend, den ich nicht so schnell vergessen werde", gibt Reichel lächelnd zu. "Aber der Müller ist ja auch ein Weltklasse-Spieler."


