Ein funktionierendes Team mit der Eintracht gefunden
Fulpmes Kevin Kratz suchte nach dem Abstieg mit Alemannia Aachen aus der 2. Fußball-Bundeliga eine neue Herausforderung und wechselte nach Braunschweig.
„Kevin mach das.“ Diese drei Worte bekam Kevin Kratz zu hören, egal wen er ansprach. Ob sein früherer Kollege in Aachen, Thorsten Stuckmann, sein ehemaliger Alemannia-Trainer Michael Krüger, beide früher auch bei Eintracht Braunschweig, oder Oliver Petersch, einst Mitspieler in Leverkusens Jugendteams und seit Sommer 2011 bei Eintracht, alle Angerufenen rieten dem 25-Jährigen zum Wechsel nach Braunschweig.
Und nach den Gesprächen mit Trainer Torsten Lieberknecht und Marc Arnold, Eintrachts sportlichem Leiter, stand der Entschluss des Mittelfeldspielers fest. „Mir hat gefallen, wie Braunschweig in der vergangenen Saison gespielt hat, wie die Mannschaft versucht hat, alles spielerisch zu lösen“, stellt Kratz im Gespräch im Trainingslager in Fulpmes fest.
Obwohl sein Vertrag in Aachen noch ein Jahr lief, nutzte er nach dem Abstieg der Alemannia die Chance auszusteigen und zu Eintracht zu wechseln. „Wichtig für mich war, dass ich in eine funktionierende Mannschaft komme und wieder Spaß am Fußball habe“, sagt Kratz. Unausgesprochen bleibt, dass diese Dinge im Abstiegsjahr der Aachener gefehlt hatten.
Über SCB Laurenzberg und Germania Dürwiß war Kratz im Dezember 1997 zu Bayer Leverkusen gekommen. Dort durchlief er als Jugendlicher sämtliche Nachwuchsteams bis in die U 23, trainierte unter Coach Bruno Labbadia zeitweise sogar mit den Bundesligaprofis und absolvierte parallel seine Ausbildung zum Bürokaufmann. Noch heute schwärmt er von der hervorragenden Fußballschule, die er im Leverkusener Leistungszentrum genoss.
Doch irgendwann reifte in dem jungen Fußball-Profi der Entschluss, wegkommen zu müssen von der zweiten Mannschaft. „Die Wahrnehmung bei einer ersten Mannschaft ist eine ganz andere. Bei einem Zweitligisten zum Beispiel ist der Welpenschutz weg“, beschreibt er. „Wir haben zwar mit den Amateuren im Spiel gut mitgehalten, aber am Ende fehlte oft die Abgebrühtheit“, erinnert sich Kratz. Als Anfragen von Zweitligisten kamen, entschied er sich für Aachen. 68 Zweitligaspiele absolvierte er in drei Spielzeiten dort, zumeist im defensiven Mittelfeld.
An Eintracht schätzt der Neuzugang, dass in der Mannschaft viele sehr athletische, schnelle Spieler stehen, und dass taktisch sehr variabel gespielt wird. Der Unterschied zwischen Aachen und Braunschweig dürfte zudem nicht so groß sein. „Die Vereine sind ähnlich. Beide sind Traditionsklubs mit vielen Fans und großen Heimkulissen“, sagt Kevin Kratz.
Im Trainingslager lobt der Mittelfeldmann die Top-Bedingungen mit „überragenden Platzverhältnissen trotz des Regens der vergangenen Tage“ und die guten Möglichkeiten, sich als Team noch besser kennenzulernen. Nach der Rückkehr aus Fulpmes wird Kevin Kratz dann Zeit finden, um mit seiner Freundin seine neue Bleibe etwas außerhalb Braunschweigs endgültig einzurichten.

