Edwini-Bonsu auf Anhieb hellwach
Braunschweig Beim 3:2-Sieg gegen Hansa Rostock belebte der Stürmer nach seiner Einwechslung das Spiel.
Die Erleichterung war groß. Auch wenn Trainer Torsten Lieberknecht und die Eintracht-Verantwortllichen in den zurückliegenden Wochen kein Aufhebens darum gemacht hatten, der erste Sieg seit dem 2. Dezember 2011 – damals mit 1:0 gegen Ingolstadt – ließ bei den Braunschweigern einige Steine von den Herzen fallen.
Besonderen Grund zur Freude hatte dabei Randy Edwini-Bonsu. Der 21-jährige Angreifer, der bisher lediglich beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt für 22 Minuten eingewechselt worden war, löste gestern nach 32 Minuten Damir Vrancic ab und bot danach eine starke Vorstellung. „Das ist Fußball. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, so früh eingewechselt zu werden. Aber wenn der Moment da ist, musst du bereit sein“, sagte der in Ghana geborene Stürmer mit kanadischem Pass. Und er war sofort hellwach. Bitter war die Auswechslung hingegen für Vrancic. „Er hatte Probleme ins Spiel reinzukommen. Ich hätte mir von Damir auch bessere Pässe gewünscht“, nannte Lieberknecht Gründe für den frühen Wechsel. Zudem habe er mit Edwini-Bonsu als zweiter Spitze ein Signal an die eigene Mannschaft senden wollen.
„Ich hatte einige gute Momente, aber viel wichtiger ist, dass die Mannschaft die drei Punkte gewonnen hat“, gab Edwini-Bonsu nach der Partie zu Protokoll. Dass er den Treffer zum 2:1 vorbereitet hatte und den Freistoß herausgeholt hatte, der zum 3:2 führte, machte den 1,69-Meter-Mann schon ein wenig stolz. Gegen den kleinen, wuseligen Angreifer wirkten die gut einen Kopf größer gewachsenen Innenverteidiger Stephan Gusche und Kevin Pannewitz schwerfällig.
Freuen durfte sich gestern auch Nico Zimmermann, der zweite eingewechselte Eintracht-Spieler. Ganz frech und mit sehr viel Gefühl im Fuß hatte der Mittelfeldspieler in der 79. Minute den Freistoß zum 3:2-Siegtreffer im Hansa-Tor versenkt. „Das habe ich die ganze Woche trainiert. Als ich mir den Ball hingelegt habe, stand für mich fest. dass ich auf die Torwartecke schieße“, beschrieb der 26-Jährige.
Damit hatte Hansa-Schlussmann Kevin Müller nicht gerechnet. „Da darf er nicht spekulieren“, ärgerte sich Trainer Wolfgang Wolf über den verhängnisvollen Fehler seines Schlussmannes. Torsten Lieberknecht hatte nicht nur der Freistoßtreffer gefallen. „Nico hat auch sehr aggressiv nach hinten gearbeitet“, betonte der Eintracht-Trainer. Das er diese engagierte Defensivleistung des feinen Technikers vor der Winterpause häufig vermisst hatte, sagte Lieberknecht gestern nicht.
Dass Eintracht gegen die Rostocker, die zuvor in elf Auswärtsspielen gerade einmal vier Tore erzielt hatten, zwei Gegentreffer kassierte, ärgerte Abwehrchef Deniz Dogan. „Das waren zwei Flanken und wir kriegen zwei Tore. Da hat die Zuordnung nicht gepasst“, kritisierte der Innenverteidiger, der Hansas Schweden Freddy Borg komplett ausschaltete.
Edwini-Bonsu blickte nach dem Gewinn der Zähler 33, 34 und 35 nach vorne. „Wir wollen so viele Punkte holen wie möglich“, erklärte er. Den Konkurrenzkampf im Eintracht-Kader haben die Eingewechselten auf jeden Fall noch einmal angefacht.

