Ebels Wunsch für Eintracht: Bloß keine Herzinfarktspiele
Braunschweig Heute startet für Eintracht die neue Saison. Präsident Sebastian Ebel sowie die Vizepräsidenten Rainer Ottinger und Rainer Cech sprachen vorab über Erwartungen, Ziele und Umbauten.
Bei Eintracht Braunschweig tut sich etwas. Die Haupttribüne des Stadions wird von der Stadt umgebaut, der Verein errichtet einen Kubus, in dem Geschäftsräume, Büros und eine Sportsbar untergebracht werden, das Hockey-Haus ist fast fertiggestellt und beim Fan-Haus geht es ebenfalls zügig voran und der Saisonstart der Zweitliga-Fußballer steht unmittelbar bevor. Eintracht-Präsident und Aufsichtsratschef Sebastian Ebel und die Vizepräsidenten Rainer Ottinger und Rainer Cech beantworten vor dem ersten Spiel die Fragen von Sportredakteur Thomas Fröhlich.
Am Sonntag geht es mit dem Spiel gegen den 1. FC Köln wieder los in der zweiten Liga. Was erwartet die Klubführung in der zweiten Saison nach dem Aufstieg?
Ebel: Bloß nicht zu viele Herzinfarktspiele. Es wäre wünschenswert, da weiter zu machen, wo die Mannschaft vergangene Saison aufgehört hat. Unser Ziel ist, da zu landen, wo wir am Ende der vergangenen Saison waren.
Ottinger: Uns erwartet schon am ersten Spieltag eine interessante Partie gegen Köln. Wir werden sehen, wie sich unsere Mannschaft vorbereitet und mit den neuen Spielern aufgestellt hat, und hoffen auf einen guten Start. Ziel für die Saison ist, fester Bestandteil der 2. Liga zu bleiben und gegen jede Mannschaft der Liga gewinnen zu können.
Der Etat wurde zur Saison 2012/13 noch einmal erhöht, beläuft sich auf 15 Millionen Euro. Stößt Eintracht damit an Grenzen und wo kann die Kapitalgesellschaft zusätzliche Einnahmen erzielen?
Cech: Wir stoßen an Grenzen, die aber weniger der aktuelle Umbau des Stadions mit sich bringt. Der Umbau der Tribüne mit neuen Logen und Business-Sitzen ist für die Zukunft der Eintracht sehr wichtig. Durch die Vermarktung werden wir künftig mehr Einnahmen erzielen.
Eintracht investiert zurzeit viel Geld in die Infrastruktur. Was erwarten Sie davon?
Ottinger: Kubus, Hockey- und Fan-Haus sollen helfen, das Vereinsleben zu aktivieren.
Mit der neuen Infrastruktur sorgen wir dafür, dass möglichst viele Menschen auch zwischen den Zweitligaspieltagen auf das Stadiongelände kommen. Wir sehen Kubus, Hockey- und Fan-Haus an der Hamburger Straße sowie das Nachwuchsleistungszentrum im Kennel als Zweiklang.
Wir wollen Leben auf beiden Geländen haben. Zu den Investitionen des Vereins kommen öffentliche Mittel, Spenden sowie Sponsoren- und Eigenleistungen hinzu. All das soll einen Schub für das Zusammenleben im Verein geben – über das Erbaute hinaus. Das alles schweißt zusammen, nachhaltig.
Ebel: Durch den Aufbau des Nachwuchsleistungszentrums erhoffen wir uns, noch mehr talentierte Spieler für unsere Eintracht zu entwickeln, die dann auch die erste Mannschaft verstärken.
Der Stadion-Ausbau hat sich verzögert. Hat das Auswirkungen auf die finanzielle Situation?
Ottinger: Man hat uns versprochen, dass zur Saison 2013/14 alles fertig ist. Daran arbeiten wir gemeinsam und hoffen, dass der Termin eingehalten wird. Beim Stadionausbau sind die Arbeiten aktuell zwei, drei Monate im Terminplan zurück. Wir gehen aber davon aus, dass diese Verzögerung aufgeholt wird. Bei solchen Vorhaben mit paralleler Nutzung gibt es immer Unwägbarkeiten und Einschränkungen. Die Auswirkungen auf unsere finanziellen Planungen sind entsprechend berücksichtigt. Beim Kubus sind wir im Plan und wollen im Mai 2013 die Eröffnung feiern.
Zuletzt gab es heftige Diskussionen über Gewalt und Ausschreitungen in Fußball-Stadien. Eintracht hat sich auf dem Sicherheitsgipfel in Berlin zu dem von der Politik geforderten Kodex bekannt. Was hat das für Auswirkungen auf die Braunschweiger Fans?
Ebel: Generell stellen wir fest, dass wir alle gegen jede Form von Gewalt sind, das ist klar. Aber es gibt hier qualitative und quantitative Unterschiede zu anderen Vereinen. Vorfälle wie zuletzt zum Beispiel mit Berlinern in Düsseldorf hat es bei uns noch nicht gegeben. Daher danken wir allen Fans für ihr verantwortungsvolles Verhalten. Sie sind es schließlich, die für die tolle und friedliche Stimmung im Stadion sorgen. Uns ist wichtig, dass wir mit unseren Fans im Dialog bleiben, um Interessen in Einklang zu bringen. Wir sind für ein Miteinander. Ich persönlich habe eher Angst, dass Nicht-Diskussionen die Probleme verschärfen könnten.
Cech: Es gibt feste Regeln. Fakt ist, dass Pyrotechnik im Stadion gesetzlich verboten ist, und deshalb wollen wir sie nicht. Außerdem kostet das Abbrennen Eintracht Strafen in erheblicher Höhe. Für Sicherheits- und Ordnungsdienst stehen bei uns ohnehin rund 400.000 Euro im Etat.
Ottinger: Das, was in dem Kodex vereinbart wurde, ist auch nichts Neues. Wir würden uns aber wehren, wenn es zum Beispiel gegen die Stehplätze im Stadion geht. Dazu beziehen wir eindeutig Position. Aus der Sicherheitskonferenz kann man allerdings mitnehmen, dass mehr Geld in die Fan-Projekte geht. Deren Arbeit ist sehr aufwendig und anspruchsvoll und dafür ist mehr Geld auch dringend nötig. Wir wünschen uns, dass unsere Fans mit kreativen Aktionen auf die öffentliche Diskussion reagieren, wie sie sie schon oft in der Vergangenheit gezeigt haben. Nicht mit mehr Pyrotechnik.
Eintracht – 1. FC Köln, Sonntag 15.30, Eintracht-Stadion (ausverkauft)
Wer keine Karte mehr ergattert hat, der kann das Spiel in unserem Live-Ticker verfolgen!
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Eintracht
freut sich
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Eintracht will
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