„Der Aufstieg wäre für den Verein Weltklasse“
Braunschweig Benno Möhlmann traut Eintracht den Sprung in die Bundesliga zu. Am Sonntag wartet der Trainer mit dem FSV Frankfurt auf das Duell mit seinem Ex-Klub.
1:0 gegen St. Pauli gewonnen, Tabellenführung verteidigt und 37 Zähler auf dem Konto – Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig darf hoch zufrieden sein mit der Bilanz einen Spieltag vor dem Ende der Hinrunde. „Wir haben gezeigt, dass wir auch gegen die hoch eingeschätzten Mannschaften, wie Hertha oder Kaiserslautern, mithalten können. Aber wir haben auch gesehen, dass wir immer noch entwicklungsfähig sind“, stellt Trainer Torsten Lieberknecht fest. Am Sonntag wartet mit dem FSV Frankfurt bereits der nächste Prüfstein auf ihn und sein Team. „Eine Mannschaft, die wie auch wir, viel variiert. Das wird eine Taktikschlacht“, sagt Lieberknecht lachend.
Frankfurt zählt – wie auch Eintracht – zu den positiven Überraschungen der Hinrunde. Als Tabellensiebter mit 24 Zählern hat sich die Mannschaft von Trainer Benno Möhlmann bisher prächtig geschlagen. „Wir sind zufrieden, aber wir dürfen keineswegs nachlassen“, erklärt Möhlmann, der am Mittwochabend die Partie gegen St. Pauli im Eintracht-Stadion von der Tribüne aus verfolgte. „Eintracht hat viel Sicherheit gezeigt, war gut abgestimmt und bei Standards sehr variabel“, schildert der FSV-Coach, der in der Saison 2007/08 bis zum drittletzten Spieltag Trainer bei Eintracht in der damaligen Regionalliga Nord war, seine Eindrücke. Im Mai 2008 hatte Lieberknecht ihn abgelöst und mit Eintracht die Qualifikation für Liga drei erreicht.
Von der Entwicklung, die sein Ex-Klub in den vergangenen Jahren gemacht hat, ist Möhlmann beeindruckt. „Hochachtung. Bei aller Klasse, die Braunschweig schon im vergangenen Jahr gezeigt hat, ist das nochmal ein großer Sprung an Effektivität. Das hatte ich nicht erwartet. Ich hatte gedacht, dass die Mannschaft auf dem Level der vergangenen Saison weiterspielen kann“, sagt Möhlmann. „Dass sie die vielen Ausfälle ausgleichen kann, zeigt, dass die Qualität verbessert wurde. Das ist eine gute Entwicklung unter Torsten Lieberknecht und Marc Arnold“, lobt er. Traut er den Braunschweigern den Aufstieg zu? „Mittlerweile schon. Für den Verein wäre das weltklasse, wenn die Verantwortlichen dann ihren Weg weiter gehen. Der Verein kann dann einen gewaltigen Schuss nach vorne machen. Aber sportlich ist die Bundesliga ein ganz anderes Kaliber“, stellt Möhlmann fest. Seit fast einem Jahr ist er mittlerweile Trainer des FSV Frankfurt, den er unmittelbar vor der Winterpause auf Rang 16 platziert übernahm. Am Ende belegte der FSV den 13. Rang.
Nach zuletzt drei Niederlagen glückte Frankfurt am vergangenen Dienstag ein 3:1-Erfolg beim VfL Bochum. Ein Befreiungsschlag?
„Nein, denn wir haben auch zuvor gut gespielt. Bei unserer Niederlage gegen 1860 München waren wir die bessere Mannschaft, und auch gegen Kaiserslautern haben wir gut mitgespielt“, sagt er zu den beiden 0:1-Niederlagen gegen die höher eingeschätzten Teams. „Die Entschlossenheit zum Tor hat uns zuletzt gefehlt. Deshalb ist es gut, dass wir gegen Bochum klar gewonnen haben“, betont er. Ziel des FSV bleibe, trotz des sehr guten Tabellenstandes, der Klassenerhalt, möglichst ohne in den Abstiegskampf verwickelt zu werden. „Das ist für den FSV wichtig.“
Mit einem Punktgewinn gegen Eintracht käme er dem Ziel näher.
