Correia vermisst im gegnerischen Strafraum die Geilheit
Braunschweig Eintracht Braunschweig wartet vor heimischem Publikum seit nunmehr 371 Minuten auf einen Treffer.
Bislang galt bei Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig das Entweder-oder-Prinzip. Entweder stand Gianluca Korte in der Anfangsformation (1 x), oder Raffael Korte (2 x). Am Freitag gegen Duisburg durften die Zwillinge erstmals zusammen von Beginn an ran.
Und das Experiment darf durchaus als gelungen bezeichnet werden. Die beiden 21 Jahre alten Profis, die letztes Jahr noch in der Oberliga in Mechtersheim kickten, belebten das Spiel auf den beiden offensiven Außenbahnen. Anders als bei ihren bisherigen Auftritten war ihnen die Nervosität diesmal kaum anzumerken. Natürlich verspüre er immer noch eine Gewisse Aufregung, gestand Gianluca Korte anschließend. „Aber die wird einem von dem Teamkameraden genommen.“
Die Zwillinge stellten gegen den MSV ein ums andere Mal unter Beweis, dass sie fußballerische Diamanten sind, die nur noch ein wenig Schliff benötigen. Wie Gianluca kurz vor der Halbzeitpause mit dem Ball am Fuß durch den Duisburger Strafraum tänzelte, war aller Ehren wert. Und auch sein Diagonal-Pass auf Bruder Raffael, der zu Eintrachts bester Chance durch Dennis Kruppke (32.) führte, war sehenswert.
Die nun schon seit vier Heimspielen andauernde Torflaute konnten die Korte-Brüder indes auch nicht beenden. Von einem Problem, so Gianluca Korte, könne man aber nicht sprechen. „Ich denke, jeder hat gesehen, dass wir nach vorne gespielt haben“, stellte er fest. „Uns fehlte nur die letzte Konsequenz.“
Marcel Correia formulierte es gar noch ein wenig drastischer: „Vor dem Tor fehlt uns die Geilheit.“ Im Spiel nach vorne, analysierte der 22-Jährige, „hapert es nicht“. Das Problem sei lediglich, dass man keine Tore erziele. Dem pflichtete Mittelfeld-Akteur Mirko Boland bei: „Was am Ende zählt, sind die Tore“, stellte der Mittelfeldakteur nach dem achten sieglosen Spiel in Folge enttäuscht fest. „Wir hätten gewinnen müssen, schließlich haben wir die ganze Zeit dominiert.“
Marcel Correia stand erstmalig nach seiner langen Verletzungspause wieder in der Anfangsformation. Allerdings nicht wie gewohnt als Innenverteidiger, sondern als rechter Außenverteidiger. „Das ist laufintensiver, dafür habe ich mehr Freiheiten im Spiel nach vorne“, beschrieb er die Unterschiede. Neuland betrat der Portugiese nach eigener Aussage hinten rechts allerdings nicht. „Das habe ich früher in Lautern schon öfter gespielt.“
Ob der Portugiese rechts in der Vierer-Kette eine langfristige Lösung sein könnte, lässt sich nach dem gestrigen Spiel allerdings noch nicht sagen. Gegen harmlose Duisburger hätte es wohl gereicht, eine rot-weiß gestreifte Warnbake aufzustellen, um die „Zebras“ am Eindringen in den Strafraum zu hindern.
