Coach Lieberknecht schiebt Hertha BSC die Favoritenrolle zu
Braunschweig Am Samstag empfängt Spitzenreiter Eintracht Verfolger Hertha BSC. Am Donnerstag verriet Trainer Lieberknecht, wie man den Berlinern beikommen will.
Ab und an, verriet Torsten Lieberknecht am Donnerstag auf der Pressekonferenz, müsse er sich beim Blick auf die Tabelle kneifen. Dass am Samstag ab 13 Uhr ausgerechnet in Braunschweig das vielbeachtete Zweitliga-Gipfeltreffen – mehr als 100 Journalisten haben sich angemeldet – steigt, will der Eintracht-Trainer nach eigener Aussage immer noch nicht ganz wahrhaben.
Na gut, dass Erstliga-Absteiger Hertha BSC Berlin nach zehn Spieltagen in ein Spitzenspiel involviert ist, habe ihn wenig überrascht, sagt Lieberknecht und ergänzt lachend – „aber doch nicht gegen uns“. Doch es ist wie es ist, „das kann man jetzt wohl auch nicht mehr wegdiskutieren“.
Wegdiskutieren möchte der Eintracht-Coach dagegen die Favoritenrolle. Obwohl die Blau-Gelben noch kein Saisonspiel verloren, erst drei Gegentore kassiert und bereits fünf Punkte Vorsprung auf den Verfolger aus Berlin haben, bemüht Lieberknecht den vielzitierten Vergleich von David gegen Goliath. Wobei seine Mannschaft der Tabellenführung zum Trotz David sei.
„Wir können und wollen uns gar nicht mit Hertha vergleichen“, beteuert der 39-Jährige. „Das ist eine erstligareife Mannschaft.“ Das Team seines Gegenübers Jos Luhukay verfüge über „hohe Einzelqualität“, schwärmt der Löwen-Bändiger. Doch die müsse am Samstag vor ausverkauftem Haus – 21 600 Zuschauer finden im Stadion Platz – nicht zwangsläufig den Ausschlag geben. „Es wird kein Spiel für technische Kabinettstückchen“, ahnt der gebürtige Pfälzer. Entscheidend werde vielmehr sein, auf dem schwer bespielbaren Rasen („Der wird schon tief, wenn man ihn fünf Minuten anschaut“) bereit zu sein, „seinen inneren Schweinehund zu überwinden“ und „mehr laufen zu wollen“ als der Gegner.
Dementsprechend werde er sein Personal für das Spitzenspiel auswählen, kündigte Lieberknecht an. In Sachen Aufstellung ließ er sich gestern jedoch wie gewohnt nicht in die Karten blicken. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es im Vergleich zum Auswärtssieg in Dresden nur eine Änderung in der Startelf geben wird – und die ist in Anbetracht der Verletzung von Kevin Kratz notgedrungen. Lieberknecht macht keinen Hehl daraus, dass der Ausfall des Mittelfeldstrategen schwer wiegt, denn: „Kevin hat bisher unser Spiel geprägt. Jetzt sind die andern Jungs gefordert.“ Und immerhin hätten die beim Heimspiel gegen Duisburg schon einmal bewiesen, dass sie auch ohne Kratz gewinnen können.
