Braunschweig auf Bundesliga-Kurs: 2:1-Sieg in Paderborn
Paderborn Eintracht Braunschweig befindet sich auch nach der Winterpause auf Kurs Erstklassigkeit. Die Blau-Gelben gewannen 2:1 gegen den SC Paderborn.
2:1 – das sieht auf den ersten Blick gefährlich eng aus, vielleicht gar nach einem Zitterspiel. Aber das Ergebnis täuscht. Dass es nach 90 Minuten für die Braunschweiger Eintracht beim SC Paderborn nicht 3:0 oder 4:1 stand, lag ganz allein an den Löwen. Gleich eine Handvoll glasklarer Einschussmöglichkeiten ließen vor allem Orhan Ademi – am dichtesten dran war er mit einem Lattenkracher (46.) – und Norman Theuerkauf zu Beginn der zweiten Halbzeit aus.
„Klar, wir hätten die Tore machen müssen“, bilanzierte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht nach der Partie, die seine Mannschaft fast über die gesamte Spielzeit dominierte – mit hohem Laufpensum, strukturiertem, taktisch diszipliniertem Spiel, schönen Kombinationen. „Wir haben heute eine große Hürde genommen, haben über 90 Minuten Paderborn aus dem Spiel heraus kaum eine Gelegenheit geboten, es dem Gegner sehr schwer gemacht, tief in unsere Hälfte zu kommen.“
Und wie Lieberknecht ist, trat er auf die Euphoriebremse. „Wir haben heute ein Zeichen gesetzt. Aber es war nur ein gelungener Auftakt nach der Winterpause – mehr nicht.“
Na ja, das war ein wenig sehr zurückhaltend. Denn eins ist seit Sonnabend klar: Wer gehofft hatte, der Spitzenreiter würde nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Dennis Kruppke und den – zumindest vom Ergebnis her – wenig berauschenden Testspiel-Ergebnissen schwächeln, der hat sich geirrt. Die Löwen sind stark und selbstbewusst wie schon die ganze Saison über, ja sie haben durch ihr frühes Unterdrucksetzen des Gegners bei Ballverlust gar an Qualität hinzugewonnen. Das gilt auch für die neuen – oder gefühlt – neuen Gesichter im Team.
Oliver Petersch, nach fast einjähriger Auszeit wieder im Team, und der von Manchester City im Januar ausgeliehene Omar Elabdellaoui machten über die Außenpositionen mächtig Dampf und waren auch noch an den beiden Toren beteiligt. Das 1:0 nach gerade einmal 9 Minuten und 16 Sekunden besorgte Petersch selbst mit einem feinen Rechtsschuss von der Strafraumkante aus. Elabdellaoui zirkelte in der 74. Minute den Freistoß vors Paderborner Tor, den Abwehrchef Deniz Dogan ins Netz bugsierte. „Ich habe ihn ein wenig mit dem Kopf berührt, aber hauptsächlich war es die Schulter“, sagte Dogan.
Die Eintracht hatte aber auch ein wenig Dusel. Nach der ersten Ecke der Gastgeber (31.) stand Thomas Bertels völlig frei und jagte den Ball aus fünf Metern über das Gehäuse von Davari. Der Eintracht-Torhüter dürfte dann nach 68 Minuten das zweite Mal tief durchgeatmet haben bei einem Freistoß von Alban Meha. Der Ball flatterte und spang dumm auf, Davari lenkte ihn gerade noch mit dem Oberarm neben das Tor. Das 1:1 in der Nachspielzeit durch Bertels spielte keine Rolle mehr. Eintracht hält unbeirrt und überzeugend Kurs erste Liga.
Der Text wurde am Sonntag, 16.30 Uhr aktualisiert.



