Bicakcic: Einer allein kann kein Spiel gewinnen
Braunschweig Eintrachts Innenverteidiger lobt den Zusammenhalt im Team. Das sei einer der Erfolgsgaranten für die derzeit so außergewöhnliche Saison.
Auf einer Liste der Leistungsträger von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig taucht sein Name ganz oben auf. Ermin Bicakcic ist einer der Garanten für die starken Leistungen, die das Team von Trainer Torsten Lieberknecht seit Saisonbeginn geboten hat.
„Ein Kumbela schießt seine Tore nicht ohne die Mannschaft, und Dogan oder ich verhindern kein Tor ohne die Mannschaft. Kein Spieler kann ein Spiel alleine gewinnen“, stellt Bicakcic die eigene Leistung hinten an. Sein Credo: Das funktionierende, gut abgestimmte Kollektiv ist der entscheidende Faktor für die Erfolge. Dafür gibt er im Trainingslager in Belek in jeder Übungsstunde alles.
Gerade erst hat der noch 22-Jährige seinen Vertrag um zwei Jahre, bis 2015, verlängert und mit seiner Unterschrift dazu beigetragen, eine der wichtigsten Personalfragen zugunsten Eintrachts zu beantworten. „Ein Grund für die Vertragsverlängerung war, dass ich sehe, dass hier etwas entsteht. Wenn man die letzten Jahre betrachtet seit Torsten Lieberknecht Trainer ist, sieht man, dass die Entwicklung sehr positiv ist“, sagt Bicakcic. „Zudem möchte ich das Vertrauen zurück geben , das die Verantwortlichen und die Fans mir gegeben haben“, fügt er hinzu.
Dass Eintracht ihn vor fast genau einem Jahr in der Winterpause aus Stuttgart verpflichtet hätte, sei ein großer Vertrauensvorschuss gewesen. „Das ist nicht üblich. Es war für mich die erste Station in meiner Karriere, die mich aus Stuttgart weggeführt hat. Ich habe die ersten beiden Monate im Hotel gewohnt, und ich hatte sehr viel Respekt“, erinnert sich der wegen seiner resoluten Spielweise von den Fans liebevoll „Eisen Ermin“ genannte Innenverteidiger.
Doch mit starken Auftritten erarbeitete sich Ermin Bicakcic schnell Anerkennung. Seit seinem Wechsel zu Eintracht fehlte er in keinem Zweitligaspiel. 34 Mal stand er in der Startformation, musste nur einmal, am 31. Spieltag der vergangenen Saison, verletzt ausgewechselt werden. Ein Dauerbrenner.
„Ich war überrascht und erfreut, dass ich so schnell integriert war. Ich konzentriere mich in erster Linie auf meine Leistung, aber es liegt in meinem Naturell, dass ich auf dem Platz versuche, die anderen zu unterstützen. Meine Zurufe und Hinweise sollen keinen runterziehen“, beschreibt der frühere Stuttgarter sein Auftreten auf dem Spielfeld.
Und er setzte besondere Akzente. Dazu zählte auch sein Treffer beim 2:2 beim 1. FC Köln in der Nachspielzeit. Es war, nachdem Eintracht kurz zuvor mit 1:2 in Rückstand geraten war, eine starke Antwort und zum Rückrundenauftakt ein Zeichen des großen Selbstbewusstseins des Spitzenreiters. Der schlug effektiv zurück. Nicht von ungefähr ist Box-Legende Muhammad Ali das große Vorbild von Bicakcic.
„Es wundert sicher viele, dass es kein Fußballer ist. Ali hat zu Zeiten, als es nicht angebracht war, seine Meinung gesagt. Er ist in seiner Karriere und nach seiner Parkinson-Erkrankung immer er selbst geblieben.“ Und er nennt ein Beispiel. Als Ali auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood einen Stern bekam, sagte er, er möge nicht, dass „Leute auf meinem Namen herumlaufen, die keinen Respekt vor mir haben“. Er bekam einen Stern an einer Hauswand.

