Benjamin Kessel hat seine Rot-Sperre abgesessen
Gerade einmal zwei gelbe Karten hatte sich Benjamin Kessel in den ersten 13 Zweitliga-Spielen seiner Karriere eingehandelt. Nur 12 Fouls standen für den langen Abwehrspieler von Eintracht Braunschweig bei sage und schreibe 233 registrierten Zweikämpfen in der Statistik – erstaunlich wenig für seinen Arbeitsplatz als rechter Mann in der Viererkette.
Und dann sah der 24-Jährige in der 70. Minute des 0:3-Spiels in Duisburg von Fifa-Schiedsrichter Manuel Gräfe den roten Karton für ein Foul an der Außenlinie, fast noch in der Hälfte des Gegners.
"Man muss da nicht so hingehen", sagt Kessel selbstkritisch, meint aber auch: "Die Entscheidung war ziemlich hart." Wie auch immer – der Schiedsrichter hat nunmal Recht und zurückgenommen wird auch nichts. "Das war gerade mal die zweite rote Karte meiner Laufbahn", erinnert sich der Außenverteidiger. Wann genau er die erste kassierte, weiß er gar nicht mehr so recht. "Vier, fünf Jahre ist das her."
Nicht nur der Pfiff Manuel Gräfes, auch die Strafe, die Kessel aufgebrummt bekam, war ganz schön happig: drei Spiele Sperre. Eintracht lotete beim DFB aus, ob es Sinn machen würde, Einspruch einzulegen. Doch die Signale waren wenig ermutigend – also war Akzeptieren die bessere Variante.
Gab es damals Vorwürfe seitens des Trainers? "Gar keine", sagt Kessel. Warum sollte Torsten Lieberknecht auch toben, es hätte ja nichts mehr geändert. "Ich habe mich selbst doch am meisten bestraft", meint Kessel, der über Mainz, Worms und Kaiserslautern zur Eintracht fand.
Drei Spieltage zuschauen, drei Spieltage abseits stehen – keine einfache Aufgabe für einen Profi, der sich in der Viererkette eine Stammplatz erarbeitet hatte, aber wohl lehrreich. "Das war schon ein komisches Gefühl, die Auswärtsspiele am Fernseher zu verfolgen."
Doch das Daumendrücken und Mitfiebern von der Ferne aus hat ein Ende. Für die Heimpartie am Sonntag gegen Alemannia Aachen ist Kessel wieder spielberechtigt und dürfte wieder in der Startelf stehen.
