1:1 im Spitzenspiel - Eintracht weiter Erste
Braunschweig Kein Sieger im Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga: Im Duell Erster gegen Zweiter trennten sich Eintracht Braunschweig und Hertha BSC 1:1 (1:0).
Torsten Lieberknecht ist bekanntlich ein impulsiver Mensch. Auch am Samstag wurde der Trainer von Eintracht Braunschweig mal wieder richtig laut. Diesmal allerdings erst nach Spielende, als er seine Akteure wie immer auf dem Rasen in einem Kreis um sich herum versammelte. Dort habe er ob des Unentschiedens in lauter enttäuschte Gesichter geblickt, berichtete der Eintracht-Coach anschließend. „Da habe ich die Jungs gefragt, ob sie noch alle Tassen im Schrank haben.“
Ein Punkt gegen die Millionen-Truppe Hertha BSC, so der Eintracht-Coach, sei schließlich aller Ehren wert, „da hätten wir vor einiger Zeit gar nicht gewagt von zu träumen“. Doch die Reaktion seiner Profis verdeutlichte, welchen Anspruch diese mittlerweile an sich selbst stellen. Einfach nur ein Teil der Liga zu sein, damit geben sie sich im zweiten Jahr der Zweitliga-Zugehörigkeit nicht mehr zufrieden.
Nach dem famosen Saisonstart sind die Ansprüche gestiegen, auch wenn das öffentlich immer noch niemand zugeben würde. Ganz im Gegenteil: „Die zweite Halbzeit hat gezeigt, dass uns zu einer absoluten Spitzenmannschaft noch ein Stück fehlt“, befand Lieberknecht. In der Tat war es seiner Mannschaft in der letzten halben Stunde nicht mehr gelungen, sich vom Berliner Dauerdruck zu befreien.
„Die Bälle kamen so schnell wieder zurück, wie wir sie geklärt haben“, konstatierte Innenverteidiger Ermin Bicakcic. Fast hätte man meinen können, die Herthaner hätten in Höhe der Mittellinie eine unsichtbare Gummiwand aufgebaut, die dafür sorgte, dass das Spielgerät nach jedem Befreiungsschlag postwendend in die Eintracht-Hälfte zurücksprang. Die Blau-Gelben tauchten in Durchgang 2 nur noch zweimal vor dem Hertha-Gehäuse auf: Erst fehlte Gianluca Korte bei einem Schuss die nötige Entschlossenheit (61.), zwei Minuten später legte sich Domi Kumbela den Ball bei einem Konter zu weit vor.
Es waren die letzten Braunschweiger Lebenszeichen vor der Berliner Sturm- und Drang-Phase. Der Ausgleichstreffer durch Adrian Ramos zwölf Minuten vor dem Ende war, da gab es keine zwei Meinungen, hochverdient. Nach einem Freistoß von Ronny war der kolumbianische Stürmer mit dem Kopf zur Stelle. Und keine 60 Sekunden danach hätte er fast noch das 2:1 für die Gäste erzielt. Das wäre des Guten allerdings zu viel gewesen. Denn auch wenn es in Anbetracht der zweiten Halbzeit fast in Vergessenheit geraten war: Vor dem Seitenwechsel war Eintracht das bessere Team.
„Da haben wir das Spiel diktiert, Hertha ist nicht viel eingefallen“, resümierte Coach Lieberknecht. Und einmal mehr zeigte sich der Tabellenführer gnadenlos effizient: Gleich die erste echte Chance nutzte Dennis Kruppke zum 1:0 (25.). „Wenn du so lange führst, willst du natürlich mehr“, nannte der Kapitän den Grund für die enttäuschten Gesichter nach Schlusspfiff.
Mit dem Unentschieden hält die Eintracht ihren ärgsten Verfolger Hertha BSC auf Distanz und bleibt Spitzenreiter in Liga 2. Der Vorsprung auf die Hertha beträgt nach wie vor fünf Punkte, auf den Relegationsplatz sogar sechs.
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