Eintracht – Noch einmal alle für den Aufstieg

Braunschweig  Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht spürt die Unterstützung der Fans und blickt auch auf Hannover.

Im letzten regulären Saisonspiel gegen den Karlsruher SC brauchen die Eintracht-Spieler noch einmal die Unterstützung der Fans.

Foto: imago/foto2press

Im letzten regulären Saisonspiel gegen den Karlsruher SC brauchen die Eintracht-Spieler noch einmal die Unterstützung der Fans. Foto: imago/foto2press

Die Rahmenbedingungen stimmen: Das Stadion ist fast ausverkauft, 1000 Gästefans werden erwartet, die Fans haben eine Choreo angekündigt, es ist der letzte Spieltag und in Sachen Aufstieg ist noch alles möglich.

Zugegeben, für den direkten Aufstieg von Eintracht Braunschweig in die Fußball-Bundesliga müsste schon ziemlich viel zusammenkommen. Deshalb geht Trainer Torsten Lieberknecht vor dem letzten regulären Saisonspiel am Sonntag gegen den Karlsruher SC davon aus, dass seine Mannschaft noch die Relegation spielen muss, um die Rückkehr in die 1. Liga zu schaffen. So ganz will der Coach die Geschehnisse in Sandhausen, wo Erzrivale und Aufstiegskonkurrent Hannover 96 schon mit einem Punkt alles klarmachen kann, aber nicht aus den Augen verlieren. „Theoretisch gibt es noch die Chance, und am letzten Spieltag sind schon oft kuriose Dinge passiert“, sagt der Trainer.

Deshalb wollen die Braunschweiger nicht das gleiche Schicksal erleiden wie Union Berlin am vergangenen Spieltag. Der Hauptstadt-Klub verspielte mit einer Niederlage in Heidenheim seine letzte Chance auf den dritten Tabellenplatz, obwohl Eintracht in Bielefeld gepatzt hatte. „Union hat wahrscheinlich ein bisschen zu spät den Schalter umgelegt“, vermutet Lieberknecht. Diesen Fehler wollen er und seine Mannschaft gegen Karlsruhe nicht machen. Sollte 96 ausrutschen, müssen die Blau-Gelben ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Deshalb wird gegen den KSC voll auf Angriff gespielt. Auch weil die Löwen den fatalen Eindruck, den sie beim 0:6 in Bielefeld hinterlassen haben, möglichst schnell vergessen machen wollen und sich nebenbei noch ein Stückchen Selbstvertrauen für die danach anstehenden Relegationsspiele holen wollen. „Wir mussten alle diesen Schock erst einmal verdauen, doch inzwischen habe ich das Gefühl, dass die Stadt wieder aufgeblüht ist“, sagt Lieberknecht zur Stimmungslage von Fans und Mannschaft. Ihm sei es in dieser Woche des Öfteren passiert, dass er an der Ampel stand und im Auto nebenan ihn jemand erkannte und den Daumen nach oben reckte. „Wenn man in Bielefeld 0:6 verliert, erwartet man nicht, dass die Fans einen Salto schlagen, wenn wir in die Kurve gehen. Da ist es normal, wenn der eine oder andere seinen Unmut äußert. Aber wir haben bereits in Bielefeld eine große Aufmunterung gespürt“, freut sich Lieberknecht über die Reaktion der Fans.

Und auf die wird es auch am Sonntag ankommen. Als Erinnerung an die Meisterschaft 1967 wollen viele Anhänger im Stil der 60er Jahre erscheinen. Doch die Reminiszenz an den Erfolg vor 50 Jahren kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Blick von Spielern, Trainern und Fans nach vorne gerichtet ist – in Richtung Bundesliga.

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