Eintracht gewinnt mit 2:1 gegen Sandhausen

Braunschweig  Zwei sehenswerte Tore, überlegene Löwen, ungefährdeter Sieg: Eintracht Braunschweig gewinnt die Zweitligapartie gegen SV Sandhausen mit 2.1.

Mit 20 680 Fans im Rücken hat Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig in die Erfolgsspur zurückgefunden. Beim 2:1 (1:0) gegen den SV Sandhausen waren die Blaugelben viel überlegener, als es das Ergebnis aussagt. Eine Stunde lang spielten die Löwen auf ein Tor und hätten auch fünf Tore erzielen können – Großchancen gab es genug. So blieb es bei Toren von Benjamin Kessel (37.) und Mushaga Bakenga (53.). Das Gegentor fiel in der Nachspielzeit, als Andrew Wooten einen Handelfmeter – verursacht von Norman Theuerkauf – verwandelte.

Die Euphorie-Handbremse löste nach 37 eher unaufregenden und durch Unsicherheit geprägten Spielminuten Kessel. Nach einem Einwurf und folgendem Gewusel im Strafraum Sandhausens schaltete zuerst Raffael Korte am schnellsten und schoss aus gut 15 Metern, doch SV-Torhüter Manuel Riemann parierte reaktionsschnell.

Dem anschließenden Volley-Hammer Kessels aus acht Metern konnte er jedoch nur hinterhersehen. Ein Tor des Willens, ein Tor, das bis zum Halbzeitpfiff all die Fähigkeiten mit einem Mal an die Rasenoberfläche brachte, die die Eintracht in St. Pauli am Dienstag vermissen ließ: schnelles, direktes Spiel, technisch starke Aktionen, Selbstvertrauen, Tempo.

Schon nach 42 Minuten hätten die Gäste im Offensiv-Wirbel der Löwen untergehen können, doch Havard Nielsens Distanzschuss klatschte an den Pfosten. Eine Minute später hätte der stets gefährliche Mushaga Bakenga ebenso erhöhen können. Sandhausen rettete sich wie ein angeschlagener Boxer in die Halbzeitpause.

Die Löwen machten gleich da weiter, wo sie aufgehört hatten und landeten durch Bakenga (54.) den nächsten Wirkungstreffer. Eine feine Flanke von Korte nahm der Norweger ebenso fein an und machte mit einem Heber über den herauseilenden SV-Torhüter hinweg das 2:0 perfekt. Bakenga ließ sich in der Südkurve ausgiebig feiern. „Steht auf, wenn ihr Löwen seid“, sangen die Fans und niemand wollte da sitzen bleiben.

Die Gastgeber ließen sich nach einer Stunde etwas das Heft des Handelns aus der Hand nehmen und in die eigene Hälfte drücken. Mit Norman Theuerkauf für Korte verstärkte Trainer Torsten Lieberknecht das defensive Mittelfeld und sorgte so für mehr Ruhe.

Mit einem 4-1-4-1-System ließ Lieberknecht seine Mannschaft in das so wichtige Heimspiel gehen. Mirko Boland als einziger Sechser, Raffael Korte im zentralen Mittelfeld, Vegar Hedenstad auf der rechten Außenbahn und Mushaga Bakenga als einzige Spitze – die Veränderungen zeigten nach einer Anlaufphase Wirkung, sie gingen auf und brachten neue Spielkultur.

Das sagen die Trainer:

Torsten Lieberknecht (Eintracht): „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben defensiv sehr gut gestanden wie zuletzt auch. Wir sind mit Tempo richtig gut in den Strafraum des Gegners gegangen. Der Elfmeter gegen uns war völlig berechtigt und hat das Ganze noch ein wenig erzittern lassen. Aber unser Sieg heute war verdient, wenn man an die vielen Chancen denkt, die wir hatten. Wir hätten schon vorher die Partie klarer für uns entscheiden können. Angesichts der englischen Woche bin ich zufrieden mit dem, was wir geleistet haben. Als Belohnung hat die Mannschaft drei Tage frei bekommen.“

Alois Schwartz (Sandhausen): „Dass in Braunschweig die Trauben hoch hängen, wussten wir. Wir haben uns bemüht, Braunschweig von unserem Tor wegzuhalten. Das hat aber nur eine halbe Stunde geklappt. Das 0:2 war dann Gift für uns. Mehr war nicht drin.“

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