Eintracht trauert um den „ewigen Co-Trainer“ Heinz Patzig

Braunschweig  Der Bundesliga-Fußball in Braunschweig ist untrennbar mit dem Namen Heinz Patzig verbunden. Fast drei Jahrzehnte saß er als Co.-Trainer auf der Bank.

Im März 1979 sprang Heinz Patzig (links) erstmals als Interimstrainer ein. Mit Dieter Zembski freute er sich über das 3:0 in Nürnberg.

Foto: Archiv

Im März 1979 sprang Heinz Patzig (links) erstmals als Interimstrainer ein. Mit Dieter Zembski freute er sich über das 3:0 in Nürnberg. Foto: Archiv

Der Braunschweiger Sport trauert mit Eintracht Braunschweig um Heinz Patzig. Der frühere Fußballspieler und Trainer starb, wie erst gestern bestätigt wurde, am vergangenen Donnerstag nach längerer Krankheit in einem Braunschweiger Krankenhaus. Heinz Patzig, der Frau und drei erwachsene Kinder – eine Tochter und zwei Söhne – hinterlässt, wurde 83 Jahre alt.

Heinz Patzig galt über fast drei Jahrzehnte als Inbegriff für einen untadeligen, loyalen und gewissenhaften Trainer-Assistenten. Von 1963 bis 1991 war der gebürtige Chemnitzer bei Eintracht als Co-Trainer unverzichtbar, viermal sprang er als Interimstrainer ein, nahm aber, nach durchaus erfolgreichen Intermezzi, auch stets wieder den Posten des Assistenten ein. „Ich hatte im VW-Werk einen guten Posten und habe mir gesagt: Trainer kannst du vielleicht zwei Jahre machen, dann hat sich das erledigt. So hatte ich meinen Beruf und war zufrieden“, sagte Patzig zu seinen Gründen, die Nummer zwei zu bleiben.

Er kam nach der Flucht aus der damaligen DDR nach Lübeck, spielte dort für den VfB. 1954 schloss sich der schnelle, torgefährliche Linksaußen Eintracht Braunschweig an. Für die Niedersachsen erzielte er in 191 Oberligapartien bis 1962 insgesamt 43 Tore, bevor er seine Karriere nach einer Knieverletzung beendete. Helmut Johannsen holte den gelernten Kraftfahrzeugschlosser 1963 nach dem Bundesligaaufstieg als Co-Trainer zurück. Im ersten Jahr glückte dem neuen Trainerteam der von vielen nicht erwartete Klassenerhalt.

Drei Jahre später gewann Eintracht sensationell die Meisterschaft. Auch deshalb antwortete Patzig auf die Frage nach dem besten Eintracht-Trainer, mit dem er gearbeitet hatte: „Natürlich Helmut Johannsen.“ Auf den Meistertrainer folgten Otto Knefler, Branko Zebec, Werner Olk – er war im März 1979 der erste Bundesliga-Trainer überhaupt, der bei Eintracht vorzeitig gehen musste – Heinz Lucas, zweimal Uli Maslo, Aleksandar Ristic, Willibert Kremer, Gerd Roggensack, Uwe Reinders und Achim Streich auf dem Chefsessel. Immer an ihrer Seite Heinz Patzig. Auch nach seinem Ausscheiden im Jahr 1991 blieb Patzig Eintracht treu. Zuletzt aber fehlte er immer öfter bei den Treffen der Meistermannschaft.

Am vergangenen Donnerstag erlag er seiner Krankheit. Aus der Familie heißt es, während des Eintracht-Spiels gegen Dresden. Über den Sieg und die Perspektive hätte sich der „ewige Co.“ gefreut.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (18)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort