Eintracht verliert 1:2 gegen 1860 München

Braunschweig  Jede Serie ist irgendwann zu Ende: Eintracht Braunschweig verliert erstmals in dieser Saison ein Heimspiel. 1:2 unterliegen die Löwen dem TSV 1860.

Gut eine Stunde lang sah es Sonntagnachmittag so aus, als würde die Braunschweiger Eintracht ihren zehnten Heimsieg der Saison abbuchen. Nach einem wunderschönen Kopfball-Treffer (56.) des gerade einmal 173 Zentimeter großen Top-Torjägers der 2. Fußball-Bundesliga, Domi Kumbela, lag der Tabellenführer vor 20 455 Zuschauern gegen 1860 München in Front und war am Drücker.

Vier Minuten später fischte Münchens Torwart Gabor Kiraly einen Volley-Hammer des linken Außenverteidigers Ken Reichel gerade noch aus dem Giebel. Wann fällt das 2:0? Von wegen: Filmriss, Zaudern, unerzwungene Fehler. Von einem unerklärlichen Bruch sprach später Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, der genau zu analysieren sei.

Der Bruch führte dazu, dass die Gäste ihren Mut wiederfanden im Duell der Löwen, nun die Krallen ausfuhren und angriffen. Erst war es der bullige Rob Friend, eine der beiden Münchener Spitzen, der eine Hereingabe von Ola Kamara verwertete (77.) – der als rechter Außenverteidiger eingesetzte Omar Elabdellaoui verhinderte die Flanke nicht. Dann narrte Benjamin Lauth (85.) den aus seinem Kasten herausgestürmten Braunschweiger Torhüter Daniel Davari – ein unnötiger Ausflug und ein verlorener Zweikampf des eingewechselten Raffael Korte im Mittelfeld ebneten den 2:1-Sieg der Münchener.

Die Braunschweiger könnten damit zum ersten Mal seit dem zweiten Spieltag ihre Tabellenführung los werden, wenn Montagabend Hertha BSC das Heimspiel gegen den Tabellendritten 1. FC Kaiserslautern gewinnt.

„Klar tut die Niederlage sehr weh“, bilanzierte Eintracht Außenverteidiger Ken Reichel, „60 Minuten haben wir gut gespielt und lagen verdient in Front und dann kam der Bruch in unser Spiel.“ Individuelle Fehler seien ausschlaggebend gewesen. „Wir werden im nächsten Spiel in Duisburg die richtige Antwort geben.“

Nur 42 Prozent gewonnene Zweikämpfe, dafür deutlich mehr Fouls als der Gegner und eine geringere Laufleistung – ungewöhnliche Daten für die Braunschweiger, die das fast schon vergessene Gefühl des Verlierens wieder kennengelernt haben. „Wir werden aus der Niederlage lernen“, verspricht Reichel.

Trainerstimmen:

Torsten Lieberknecht (Eintracht): „Bis zum 1:0 haben wir ordentlich gespielt, die Führung war verdient. Wir hatten uns vorgenommen, viel über die Außen zu spielen und damit für Gefahr zu sorgen. Das hat geklappt. Aber dann gab es diesen unerklärlichen Bruch. Wir haben ein Stück weit den Kopf verloren. Erst lassen wir einen Pass ins leere Zentrum zu, dann verlieren wir einen entscheidenden Ball im Mittelfeld. München hat unsere Fehler clever ausgenutzt. Natürlich ist die Enttäuschung groß, sonst wären wir keine Fußballer. Ich bin sicher, wir werden in Duisburg die richtige Antwort geben.“

Alexander Schmidt (München): „Wir sind schwer ins Spiel gekommen, Braunschweig hat uns reingedrückt. In der zweiten Halbzeit sind wir mutiger und offensiver geworden. Und Lauth hat mit seinem Siegtor gezeigt, was für ein Schlitzohr er doch ist.“

Der Text wurde aktualisiert.

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