0:0 gegen Union Berlin – gelungener Test für Eintracht

Braunschweig  Klirrende Kälte, ein schwer bespielbarer Platz und am Ende ein torloses Remis. Eintrachts letztes Testspiel vor dem Liga-Start ist dennoch gelungen.

Interessante 90 Minuten, ein über weite Strecke gutes spielerisches Niveau trotz des schwer bespielbaren Rasens, zumindest einige Torraumszenen – die 1850 Zuschauer in der Kältekammer Eintracht-Stadion bekamen Sonnabend nicht gerade Hitzewallungen, bereuen mussten sie ihr Kommen aber keinesfalls. Das 0:0 zwischen dem Spitzenreiter der 2. Fußball-Bundesliga und dem 1. FC Union Berlin im letzten Testspiel vor dem Ende der Winterpause hat seinen Zweck voll und ganz erfüllt.

„Das war der hochkarätige Test, den wir uns versprochen hatten, ein gelungener Nachmittag “, sagte Eintracht Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht nach der intensiven Begegnung, in der sich keiner der eingesetzten Akteure eine Blessur einfing – auch ein gutes Ergebnis. Lieberknecht versprach eine spannende Woche, bevor die Punktejagd mit dem Auswärtsspiel beim SC Paderborn (Sonnabend, 13 Uhr) wieder los geht. „Einige Positionen sind noch offen“, sagte der Coach, der vor allem auch das frühe Unterdrucksetzen des Gegners üben ließ.

Das Personalpuzzle vom Sonnabend:

Nur zwei Akteure spielten gegen Union durch: Abwehrchef Deniz Dogan, der nach überstandener Verletzung jede Minute Spielpraxis braucht, und Ken Reichel, als Linksverteidiger ohne Konkurrenten.

Randy Edwini-Bonsu und Jonas Erwig-Drüppel liefen sich warm und wärmer, durften aber nicht aufs Feld.

Ein Duo übergab schon in der Halbzeit den Arbeitsplatz – Torhüter Daniel Davari machte für Marjan Petkovic Platz, Rechtsverteidiger Benjamin Kessel ging für Steffen Bohl.

Sieben Akteure erhielten eine Stunde Spielzeit, wobei ein neuer Löwe und ein gefühlt neuer auf den Außenbahnen ein wenig im Blickpunkt standen. Links vor Reichel machte der nach langer Verletzungspause wieder fitte, ungemein schnelle Oliver Petersch ordentlich Dampf, rechts vor Kessel gab der norwegische U-21-Nationalspieler Omar Elabdellaoui sein Heim-Debüt. Das linke Duo machte seine Sache auffälliger und effizienter. Elabdellaoui gelang nicht allzuviel.

Umstellungen laufen problemlos

„Petersch hat mir gut gefallen“, sagte Lieberknecht, seinem Winter-Neuzugang attestierte er eine solide Leistung. „Ich habe aber auch nicht erwartet, dass er gleich vier Tore schießt“, so der Coach schmunzelnd. Natürlich braucht Elabdellaoui Zeit und die wird er bekommen – genauso wie seine Chance sich zu präsentieren, zu zeigen, was in ihm steckt.

Dass personelle Umstellungen den Tabellenführer vor keine großen Probleme stellen, zeigte die Mannschaft nach einer Stunde, als sieben Neue kamen. Kein Bruch, im Gegenteil: Die Mannschaft kam genauso zu ihren herausgespielten Chancen wie in der ersten Halbzeit, die Abwehrarbeit funktionierte zuverlässig und kompromisslos.

Eintracht begann mit zwei Spitzen und einer 4-1-3-2-Grundordnung mit den starken Norman Theuerkauf und Mirko Boland in der Zentrale.

Davari – Kessel, Bicakcic, Dogan, Reichel – Theuerkauf – Elabdellaoui, Boland, Petersch – Ademi, Kumbela.

Ab der 60. Minute ging die Eintracht mit einer Sturmspitze zu Werke, Pierre Merkel.

Petkovic – Bohl, Henn, Dogan, Reichel – Zhang, Pfitzner – Raffael Korte, Vrancic, Gianluca Korte – Merkel.

Berlin beschränkte sich auf drei Auswechslungen und spielte mit: Haas – Kopplin, Stuff, Puncec, Kohlmann – Parensen – Özbek (46. Quiring), Jopek (78. Zejnullahu) – Mattuschka – Terodde, Nemec (86. Skrzybski).

FAKTEN: Union im falschen Zug

Um 9:37 Uhr wollten die Berliner mit dem ICE nach Braunschweig starten. Ihr Pech: Der Zug fiel aus, kann ja vorkommen bei der Bahn, wie wir alle wissen. Also den nächsten nehmen. Der hatte aber leider Verspätung.

Dafür rollte der Zug nach Amsterdam ein. Richtung stimmt, also rein, dachten sich wohl die Berliner. Was sie nicht wussten: Der Zug hielt gar nicht in Braunschweig, sondern fuhr über Wolfsburg und Hannover.

Was tun? Unions Busfahrer wurde alarmiert, düste über die A2 nach Wolfsburg, um das Team von dort nach Braunschweig zu fahren. Das ging alles gut – nur die Partie bei der Eintracht wurde eine halbe Stunde später angepfiffen.

Der Text wurde aktualisiert.

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