„Gegen, gegen“, hallt es über den Trainingsplatz

Braunschweig  Eintracht Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht ließ Mittwoch sogar vor dem Testspiel seine Mannschaft nochmal ordentlich schwitzen.

Torsten Lieberknecht (rechts) gibt Marc Pfitzner Anweisungen.

Torsten Lieberknecht (rechts) gibt Marc Pfitzner Anweisungen.

Ganz plötzlich wird es laut im Übungsspiel auf dem Trainingsplatz. „Gegen, gegen“, schreien Torsten Lieberknecht und die Eintracht-Spieler mit den roten Leibchen nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte. „Gegen, gegen.“ Und dann attackieren sie den ballführenden Spieler. Die schnelle Rückeroberung des Spielgeräts ist das Ziel.

Die Eintracht-Profis üben das „Gegenpressing“, wie Torsten Lieberknecht es nennt. „Das ist aggressives Spiel und muss lautstark unterstützt werden“, begründet der Trainer das vielstimmige Kommando. „Gegen“ ist eines von mehreren Schlüsselwörtern, die Eintrachts Profis nutzen, um sich auf eine taktische Situation einzustimmen.

„Alle sollen rufen. Die Mitspieler sollen aufgefordert werden, schnell die geforderten Positionen einzunehmen. Es geht darum, in den Situation Gegenpressing zu spielen, in denen wir Gleichzahl haben“, beschreibt Lieberknecht.

Immer wieder unterbricht er das Spiel, gibt Anweisungen, verschiebt die Spieler in Positionen und korrigiert. Denn bei aller Aggressivität und Wucht, die den Gegner zu Ballverlusten zwingen soll, muss die Ordnung bestehen bleiben. „Wir müssen gut organisiert versuchen, den Ball zu erobern“, sagt der Eintracht-Trainer. Den Gegnern soll weit in deren Hälfte die Luft genommen werden, ein geordneter Spielaufbau soll nach Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung umgehend unterbunden werden. Diese Aggressivität, die Eintracht mit dem schnellen Umschaltspiel so gefährlich gemacht hatte, sei zuletzt ein wenig abhanden gekommen, sagt Lieberknecht.

„Wir haben nach der Analyse der vergangenen Saison gesehen, dass wir uns gegen tiefstehende Mannschaften schwer getan haben. Deshalb haben wir sehr viel Wert darauf gelegt, diese Situationen spielerisch zu lösen“, erklärt Lieberknecht. Die Partie gegen Duisburg, als Eintracht den MSV 80 lange Minuten regelrecht müde spielte, um dann mit drei Toren in der Schlussphase die Entscheidung zu erzwingen, dient ihm als Beispiel für die Weiterentwicklung seiner Mannschaft.

Möglicherweise sei dabei in mancher Situation das blitzschnelle, überfallartige Offensivspiel auf der Strecke geblieben, räumt Torsten Lieberknecht ein. „Der Mix muss stimmen. Wir arbeiten daran, uns da weiter zu verbessern. Diese kleinen Schwächen wollen wir abstellen“, beschreibt der 39-Jährige. Denn mit dem Erreichten,darf Eintracht zufrieden, aber nicht selbstzufrieden sein. Auch deshalb wird es laut bleiben auf dem Trainingsplatz.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (2)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort