Ademi: „Wir haben trotz Rückstand nie an uns gezweifelt“

Braunschweig  Eintracht legte beim Unentschieden in Köln eine unglaubliche Moral an den Tag - und hat nunmehr bereits neun Punkte Vorsprung auf den dritten Rang.

Zählte in Köln zu den auffälligsten Eintracht-Akteuren: Orhan Ademi.

Foto: Joachim Mottl / regios24

Zählte in Köln zu den auffälligsten Eintracht-Akteuren: Orhan Ademi. Foto: Joachim Mottl / regios24

Die Qualitäten, dank derer sich die Fußballer von Eintracht Braunschweig in der Hinrunde sensationell an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga festgesetzt haben, sind hinlänglich bekannt: Sei es die gnadenlos-effektive Chancenverwertung, die taktische Flexibilität, die kompromisslose Abwehrarbeit oder aber die Gefahr bei Standardsituationen – der momentane Höhenflug des Vorjahresaufsteigers hat zahlreiche Gründe.

Am Montagabend, beim packenden 2:2-Unentschieden in Köln, stellten die Blau-Gelben eine weitere, in dieser Ausprägung bislang nicht bekannte Tugend unter Beweis: und zwar ihre unbändige Moral.

Im Duell mit dem ambitionierten Bundesliga-Absteiger aus der Domstadt lief nach dem Seitenwechsel nämlich einiges gegen die Braunschweiger. Erst der frühe Ausgleich durch FC-Profi Christian Clemens (47.), dann der kläglich vergebene Foulelfmeter durch Marc Pfitzner (78.) und zu allem Überfluss kurz vor Schluss auch noch der Führungstreffer der Gastgeber durch Anthony Ujah (88.), der die Anhänger des ehemaligen Podolski-Klubs in einen (verfrühten) Siegestaumel versetzte.

„Da dachte ich, dass wir das Spiel verlieren“, räumte Stürmer Domi Kumbela kurz nach dem Abpfiff offen und ehrlich ein. In der Tat gibt es viele Teams, die sich von solchen Nackenschlägen nicht mehr erholt hätten. Und es gibt Eintracht. Die Art und Weise, wie sich die Niedersachsen in der Nachspielzeit den Ausgleich durch Ermin Bicakcic verdienten, war eindrucksvoll – und erinnerte an das berühmt-berüchtigte Bayern-Gen, das da besagt: niemals aufgeben!

„Wir haben bis zur letzten Sekunde daran geglaubt und das Glück des Tüchtigen gehabt“, schrieb Orhan Ademi gestern auf seiner Facebook-Seite. Und weiter: „Unser Wille war so stark, dass wir trotz Rückstands nie an uns gezweifelt haben.“ Und Domi Kumbela twitterte: „Was haben wir heute gelernt? Es ist erst vorbei, wenn der Schiri abgepfiffen hat.“

Als Schiedsrichter Felix Brych genau das am Montagabend tat, war der Jubel im Eintracht-Lager groß. Schließlich baute der Zweitliga-Primus dank des Last-Minute-Unentschiedens seinen Vorsprung auf Rang 3, den Relegationsplatz, auf sage und schreibe neun Punkte aus.

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