Im Spiel ruht Mirko Bolands Sympathie für den 1. FC Köln

Braunschweig  Eintrachts Mittelfeldspieler stand viele Jahre im Fan-Block des Geißbock-Teams. Am Montagabend will er mit Eintracht in Köln punkten.

Energisch: Mirko Boland (rechts) klärt hier vor Frankfurts Michael Görlitz.

Foto: Joachim Mottl/regios24

Energisch: Mirko Boland (rechts) klärt hier vor Frankfurts Michael Görlitz. Foto: Joachim Mottl/regios24

Torsten Lieberknecht ist selbst ein wenig überrascht. „Vor solchen Spielen merkt man, wie klein wir noch sind“, sagt der Trainer von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig vor der Partie am Montagabend beim 1. FC Köln. „Es ist ein Highlight, dort spielen zu dürfen. Die Spieler freuen sich wie kleine Kinder. Sie freuen sich tierisch“, beschreibt der Coach die Stimmungslage seiner Mannschaft.

An den letzten Auftritt einer Eintracht-Mannschaft im früheren Müngersdorfer Stadion erinnert sic Lieberknecht, damals noch Spieler, gut. „Vor dem Spiel standen Daniel Graf, Patrick Bick und ich mit dem damaligen Moderator der Fernsehshow Pleiten, Pech und Pannen – Max Schautzer – im Aufzug des Hotels. Damals sagte Daniel Graf noch, dass es hoffentlich kein schlechtes Omen sei, dass man gemeinsam mit Herrn Schautzer im Fahrstuhl stehen würde“, erzählt Lieberknecht. Es folgte eine 1:4-Pleite für Eintracht.

Das Kölner Stadion war auch in früheren Jahren kein gutes Pflaster für Eintracht: In 20 gemeinsamen Jahren in der Bundesliga entführten die Blau-Gelben gerade einmal ein Pünktchen – beim 1:1 in der Saison 1975/76. Wolfgang Frank hatte Eintracht seinerzeit in Führung geschossen, Hennes Löhr für Köln ausgeglichen. Beim zweiten Punktgewinn überhaupt in Köln – ebenfalls 1:1 – im Zweitligaduell in der Saison 2002/03 – erzielte Andrew Sinkala per Eigentor die Führung der Gäste, Matthias Scherz glich aus. Köln stieg am Ende in die Bundesliga auf, Eintracht in die Regionalliga Nord ab.

Am Montagabend wollen die Braunschweiger die Rückfahrt nicht mit leeren Händen antreten, betont Lieberknecht. „Ich erwarte eine Kölner Mannschaft, die nach vorne spielt. Wir müssen uns aus den Drucksituationen befreien und selbst Kontrolle über das Spiel bekommen“, sagt der Eintracht-Trainer.

Vielleicht noch mehr als alle anderen Eintracht-Spieler freut sich Mirko Boland auf die Partie im 50 000 Zuschauer fassenden WM-Stadion. „Es ist eines der schönsten Stadien überhaupt. Die Stimmung ist sensationell“, sagt der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler, der sich als „Sympathisant“ des 1. FC bezeichnet.

Mit sechs, sieben Jahren nahm ihn sein Vater, ein Fan der Kölner, zu deren Heimspielen mit. Toni Polster, Bruno Labbadia, Dorinel Munteanu spielten unter anderem für Köln in den 1990er-Jahren – Mirko Boland stand im Geißbock-Block. Seinen Hund, ein Labrador, nannte er nicht von ungefähr „Poldi“, nach Lukas Podolski und dem kleinen Drachen aus der Sesamstraße. Bei aller Verbundenheit mit dem FC, am Montag gilt Bolands Sympathie nur der Eintracht. „Wir wollen unseren Weg weiter gehen. Es läuft sehr gut bei uns, und das ist sehr schön“, sagt er.

Den auf der FC-Weihnachtsfeier formulierten Wunsch des Kölner Präsidenten Werner Spinner, dass sein Team die Punkte behalten möge, will Eintracht ihm nicht erfüllen.

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