Eintracht-Torhüter Davari hält 86 Prozent aller Schüsse

Braunschweig  Was für eine Bilanz: Fußball-Zweitliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig hat erst sechs Gegentore kassiert in dieser Saison.

Gute Erinnerung an Cottbus: Eintracht-Torhüter Daniel Davari wehrt beim letzten Spiel bei Energie einen Ball reaktionsschnell ab.

Foto: dpal

Gute Erinnerung an Cottbus: Eintracht-Torhüter Daniel Davari wehrt beim letzten Spiel bei Energie einen Ball reaktionsschnell ab. Foto: dpal

Wenn gar nichts mehr hilft, muss Daniel Davari ran. Dafür ist der 24-Jährige schließlich Torhüter. Und zwar ein sehr guter. Der Schlussmann von Zweitliga-Tabellenführer Eintracht Braunschweig steht wie sein Team in der Rangliste ganz oben. Klar. In 8 von bisher 14 Punktspielen haben Davari und die Löwen überhaupt kein Tor kassiert.

Nur sechs Mal musste der Deutsch-Iraner bisher einen Ball aus dem Netz holen – was für eine Bilanz. 38 Schüsse hat Davari in dieser Saison auf sein Tor bekommen, das heißt: 86 Prozent der Bälle hat er gehalten, so die DFL-Statistik.

Am nächsten von den Zahlen her kommt ihm Thorsten Kirschbaum. Der hütet das Tor des Tabellenvierten Energie Cottbus, bei dem die Eintracht heute um 13 Uhr gastiert. Kirschbaum kommt auf 76,8 Prozent gehaltener Bälle.

Was zeichnet Davari aus? „Er ist ein ruhiger, abgeklärter Typ, er arbeitet sachlich und einfach, ohne Showeffekte“, sagt Eintrachts Torwarttrainer Alexander Kunze. „Ihm ist egal, ob er vor 100 oder 100 000 Zuschauern spielt.“ Zudem sei Davari für sein Alter fußballerisch schon erstaunlich weit und gefestigt. „Und durch seine Größe hat er beste Voraussetzungen für eine gute Strafraum-Beherrschung“, sagt Kunze, der seit Juli 2009 Torwarttrainer bei den Blaugelben ist.

Da kommt schon einiges zusammen. Auch der ständige Druck, sich im Training zu hundert Prozent in jede Übung hineinhängen zu müssen. Denn die derzeitige Nummer zwei der Eintracht, Marjan Petkovic, tut alles, um auch wieder zwischen die Pfosten zu kommen.

Ein junger und ein sehr erfahrener älterer Torhüter – Petkovic ist fast zehn Jahre älter als Davari – dazu beide äußerst ehrgeizig und hoch professionell, da ist Kunze natürlich zufrieden. Die Mischung stimmt.

Ist es für einen Torhüter hinter so einer kompakten, fast undurchlässigen Abwehr nicht schwer, bei den wenigen Bällen, die zu ihm vordringen, immer auf der Hut zu sein? „Es ist auf jeden Fall einfacher, wenn man gleich von Anfang an gefordert wird, um ins Spiel zu kommen und Selbstvertrauen und Sicherheit zu gewinnen“, sagt Davari. „Die Spannung immer hoch zu halten, diese Konzentrationsausdauer trainieren wir ja unermüdlich“, ergänzt Kunze. Und wenn ein Ball durchkommt, muss er halt da sein. Dafür ist er nun mal Torhüter. Und ein sehr guter dazu.

„Am liebsten sind mir Siege und wenn wir möglichst zu Null spielen“, sagt Davari. Alle Fans der Eintracht werden heute die Daumen drücken, dass das eintrifft.

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