Lieberknecht verspricht: Werden keinen Deut vom Weg abgehen

Braunschweig  Eintracht-Coach übte nach dem Aus im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg Selbstkritik: „Die Niederlage nehme ich auf meine Kappe.“

Trainer Torsten Lieberknecht versuchte, von der Seitenlinie aus taktische Anweisungen im Pokalspiel gegen Freiburg zu geben.

Foto: Leppin/dpa

Trainer Torsten Lieberknecht versuchte, von der Seitenlinie aus taktische Anweisungen im Pokalspiel gegen Freiburg zu geben. Foto: Leppin/dpa

Er habe einfach die falsche Taktik gewählt, hatte der Trainer des Fußball-Zweitligisten Eintracht Braunschweig nach dem 0:2 (0:1) gegen den Bundesligisten am Dienstagabend nach Spielschluss erklärt.. Nach dem Studium der Bilder und der Analyse am Tag darauf zusammen mit der Mannschaft wollte der 39-jährige Fußballlehrer seine Aussage „leicht relativieren“.

„Das 0:1 nach nicht einmal einer Minute war der Knackpunkt“, stellte Lieberknecht fest. Und er wollte seiner Abwehr, die beim Treffer von Daniel Caligiuri alles andere als geordnet wirkte, nicht die Schuld am 0:1 geben. „Die spielt dabei null Rolle. Individuelle Fehler unserer Sechser, die den Raum nicht gut aufgeteilt und kopflos agiert haben, waren entscheidend“, erklärte der Eintracht-Trainer.

Mit Marc Pfitzner, Damir Vrancic und Norman Theuerkauf hatte Lieberknecht drei Männer im 4-3-2-1-System vor der Abwehr beginnen lassen. „Unser Plan war, mit sieben Defensiven zu beginnen“, erklärte er. Dennis Kruppke, Gianluca Korte und Orhan Ademi sollten, offensiv mit allen Freiheiten ausgestattet, in die Lücken in der Freiburger Defensive stoßen.

Der Plan war allerdings nach 54 Sekunden dahin. Verantwortlich dafür: Das „Ich-will-an-jeder-Stelle-helfen-Syndrom“, wie Lieberknecht das übereifrige Verhalten seiner defensiven Mittelfeldspieler bezeichnete. Eintrachts rechte Seite war dadurch bei Caligiuris Treffer völlig verwaist.

Dass er sich bei der Startaufstellung mit fünf Veränderungen im Vergleich zum Hertha-Spiel vertan hätte, dem widersprach der Eintracht-Trainer. „Es ist klar, dass gefragt wird, warum wir das gemacht haben. Aber es waren rein taktische Überlegungen. Ich würde es wieder so machen“, sagte er. Lediglich im Falle von Innenverteidiger Deniz Dogan käme er ins Nachdenken. Dem 33-Jährigen habe er in der englischen Woche eine Pause gönnen wollen. In der Liga hatte Lieberknecht zuletzt bei seinen personellen Veränderungen zumeist richtig gelegen.

„Unsere Marschroute war, dass wir in die dritte Pokalrunde wollten, und wir unsere Spitzenposition in der Liga verteidigen“, stellte Lieberknecht nach den beiden Härtetests gegen Hertha BSC in der Punktrunde und nun Freiburg im DFB-Pokal klar. Beide Partie gegen die stark besetzten Klubs sieht der Eintracht-Trainer als teil eines Lernprozesses, den seine Mannschaft durchlaufen müsse.

Und in beiden Begegnungen habe Eintracht phasenweise auf Augenhöhe agiert. „Gegen Freiburg haben wir uns nach dem Rückstand gefangen und nur noch eine Chance zugelassen. Nach der Pause haben wir Druck aufgebaut und waren dem 1:1 nahe“, schildert er. Allerdings hätten seine Spieler in einigen Situationen „nicht nach vorne gedacht, sondern die sichere Variante gewählt und nach hinten gedacht.“

Zudem sei Freiburg nach dem frühen Führungstreffer nicht mehr gezwungen gewesen, offensiv zu agieren. „Sie haben immer darauf geachtet, eine Absicherung zu stellen. Das ist nicht immer ihr Spiel. Aber es zeigt auch, dass Freiburg Respekt vor uns hatte. Wir haben für unsere Spielweise zuletzt viel Anerkennung bekommen. Wir werden von unserem Weg keinen Deut abgehen“, versicherte der Eintracht-Trainer.

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