Braunschweigs Überflieger siegen auch in Dresden

Dresden  Eintracht Braunschweig hat sich in der 2. Fußball-Bundesliga auch von Dynamo Dresden nicht stoppen lassen. Gegen den Tabellenzwölften gewann der Spitzenreiter am Samstag auswärts mit 2:0 (1:0).

Ruhig, diszipliniert und gnadenlos effizient – Eintracht Braunschweig mischt weiter die 2. Fußball-Bundesliga auf. Nach dem 2:0 (1:0)- Sieg bei Dynamo Dresden bleiben die Blau-Gelben souveräner Tabellenführer. Acht Siege, zwei Unentschieden, nur drei Gegentore in zehn Saisonspielen, fünf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Hertha BSC – alle die sich dem Traditionsklub irgendwie verbunden fühlen, sind aus dem Häuschen und träumen weiter vom Aufstieg. Warum eigentlich nicht?

Zweimal 70 Sekunden gaben der Partie am Sonnabend die entscheidende Wende.

36. Minute: Eintracht kam zur ersten Ecke, getreten wie immer von Kevin Kratz. Dresdens Abwehr klärte, aber zu kurz, sodass Norman Theuerkauf den Ball erneut in den Strafraum zirkelte. Innenverteidiger Ermin Bicakcic köpfte und Dynamo-Torhüter Benjamin Kirsten konnte den Ball gerade noch um den Pfosten lenken.

Bicakcic trauerte der Chance immer noch nach, als Kratz auf die andere Seite gelaufen war, um die nächste Ecke hereinzubringen. Dennis Kruppke lief auf die kurze Ecke zu, Kopfball, Tor! Wieder einmal hatten die Löwen eine Standard-Situation eiskalt genutzt.

52. Minute: Eintracht wehrte eine Ecke der Dresdener ab, Domi Kumbela sprintete los, um einen der gefürchteten Konter zu starten. Doch Dynamo-Innenverteidiger Romain Brégerie – schon gelb vorbelastet – holte ihn von den Beinen. Folge: Schiedsrichter Guido Winkmann zeigte dem Franzosen die Ampelkarte – völlig zu Recht.

Die Nerven lagen blank – auf den Rängen und dem Rasen. Als hätte er Schaum vor dem Mund raste Dynamo-Kapitän Robert Koch eine Minute später an der Mittellinie auf Eintrachts Außenverteidiger Ken Reichel los und senste ihn von hinten um. Der Schiedsrichter stand wenige Meter daneben, zog sofort die rote Karte – wieder zu Recht.

Feuerzeuge und Bierbecher folgen von den Rängen auf die Braunschweiger Auswechselspieler und Torhüter Daniel Davari.

„Die Platzverweise sind aus meiner Sicht beide zu hart. Brégerie geht zum Ball, Koch auch und der Gegner stellt im letzten Moment ein Bein vor. Ich denke, dass es eher eine gelbe Karte als eine rote war“, sagte der sportliche Leiter der Dresdener Steffen Menze.

„Beide Platzverweise waren berechtigt“, hielt Eintrachts Trainer Torsten Lieberknecht dagegen. Dynamo-Kapitän Cristian Fiel habe das auch gesagt. „Das waren zwei Kontersituationen, die unterbunden werden sollten. Und beim Foul von Koch war leichte Übermotivation dabei.“

Einerlei: Gegen neun Dresdener und ein tobendes Stadion behielt Eintracht die Ruhe und erhöhte durch Domi Kumbela (79.) auf 2:0. „Das Tor war lebensnotwendig, um die Dresdener nicht wieder ins Spiel kommen zu lassen“, sagte Lieberknecht.

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