Erste Eintracht-Niederlage seit mehr als zwei Monaten

Salzgitter  Zweitliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig lässt bei der 0:1-Testspiel-Pleite gegen Darmstadt zahlreiche Chancen ungenutzt.

Marc Pfitzner (am Boden) im Zweikampf mit Darmstadts Casper Tatara.

Foto: Agentur Hübner

Marc Pfitzner (am Boden) im Zweikampf mit Darmstadts Casper Tatara. Foto: Agentur Hübner

Torsten Lieberknecht hätte es in dieser Deutlichkeit so natürlich nie formuliert. Aber: So gut wie am Samstag dürfte dem Trainer von Eintracht Braunschweig eine Testspiel-Niederlage noch nie ins Konzept gepasst haben.

Mit 0:1 (0:0) hatte der Zweitliga-Spitzenreiter etwas überraschend das Nachsehen gegen den Drittligisten SV Darmstadt 98. Vor knapp 500 Zuschauern im Stadion am Salzgittersee erzielte Musa Karli nach 63 Minuten das Tor des Tages für die Hessen, für die es das erste Spiel unter dem neuen Trainer Jürgen Seeberger war.

„Man hat gesehen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen“, konstatierte Eintracht-Coach Lieberknecht nach der ersten Niederlage nach mehr als zwei Monaten. Damals, zu Beginn der Saisonvorbereitung, hatten die Braunschweiger mit 0:1 bei Arminia Bielefeld verloren.

Insgeheim dürfte der 39 Jahre alte Fußball-Lehrer jedoch vielleicht sogar froh gewesen sein, dass seine zuletzt so erfolgsverwöhnte Mannschaft mal wieder einen, wenngleich nur klitzekleinen Schuss vor den Bug bekam. Denn die Erkenntnis, dass die Blau-Gelben trotz der vier Liga-Siege in Folge nicht unverwundbar sind, dürfte zur Folge haben, dass die Konzentration in Vorbereitung auf das nächste Heimspiel gegen Regensburg hoch bleibt. Denn auch die Partie gegen den Aufsteiger dürfte für den Spitzenreiter, der Tabelle zum Trotz, alles andere als ein Selbstläufer werden.

Zumal die Bayern am kommenden Samstag im Eintracht-Stadion aller Voraussicht nach ähnlich defensiv zu Werke gehen dürften wie der SV Darmstadt. Um die Vorstöße der Hessen abzuzählen, genügten wenige Finger. Umso ärgerlicher aus Braunschweiger Sicht, dass aus einem der seltenen Angriffe nach knapp einer Stunde Spielzeit der Gegentreffer resultierte. Jan Washausen hatte an der rechten Strafraumecke Gegenspieler Marc Schnier nicht energisch genug attackiert. Dessen Schuss konnte Daniel Davari zwar noch parieren – gegen den Nachschuss von Musa Karli war dann auch Eintrachts Schlussmann machtlos.

Zu diesem Zeitpunkt hätte der Zweitligist allerdings schon lange führen müssen. Doch die Blau-Gelben, die aus einer ungewohnten 4:3:2:1-Grundordnung heraus agierten, waren mit ihren zahlreichen Chancen allzu sorglos umgegangen. Neuzugang Chengdong Zhang traf nur den Pfosten (34.), Benjamin Kessel nach perfektem Zuspiel von Steffen Bohl das Außennetz (38.), Orhan Ademi die Latte (40.). Und auch Domi Kumbela, in der Vorsaison Eintrachts erfolgreichster Torschütze, scheint die Kaltschnäuzigkeit abhandengekommen zu sein. Nach 62 Minuten vergab der Deutsch-Kongolese frei stehend völlig überhastet.

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