Bruderduell im Eintracht-Stadion – Vrancic gegen Vrancic

Braunschweig  Zum ersten Mal in ihrer Karriere stehen sich Braunschweigs Damir (26) und Paderborns Mario Vrancic (22) am Freitag in einem Pflichtspiel gegenüber.

Damir, Mario, war das Bruder-Duell in den letzten Tagen Gesprächsthema Nummer 1 bei Ihnen?

Damir Vrancic: Ich war am letzten Wochenende sogar noch zwei Tage bei ihm in Paderborn. Über das heutige Spiel haben wir dabei allerdings gar nicht groß geredet.

Mario Vrancic: Das stimmt. Wir haben uns mehr über unsere Pokalniederlage in Bielefeld unterhalten. Und unsere Taktik für das Spiel heute hätte ich ihm sowieso nicht verraten.

Was für ein Gefühl ist es denn, heute dem eigenen Bruder auf dem Rasen zu begegnen?

Damir Vrancic: Das war ja, als Mario im Sommer zu Paderborn gewechselt ist, klar, dass es diese Saison passieren würde. Wir versuchen, es nicht als etwas Besonderes zu sehen. Es ist schließlich nicht das Spiel Damir gegen Mario, sondern Braunschweig gegen Paderborn.

Mario Vrancic: Ich sehe das genauso. Ich zerbreche mir da nicht so den Kopf, für mich es ein Spiel wie jedes andere.

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, was passiert, wenn sich Ihre Wege im Mittelfeld kreuzen?

Mario Vrancic: Dann ist es halt so. Wir werden, wenn es nicht zu grob wird, auch hinterher noch miteinander reden.

Damir Vrancic: Ich bin ja grundsätzlich kein Typ, der mit Absicht foult. Aber bei einem taktischen Foul würde ich auch auf meinen Bruder keine Rücksicht nehmen, das gehört nunmal zu. Vorausgesetzt, ich kriege ihn überhaupt... (lacht)

Gibt es eine Fähigkeit, um die Sie Ihren Bruder beneiden?

Damir Vrancic: Na ja, eigentlich sind wir uns in unserer Spielweise ja ziemlich ähnlich. Seinen starken linken Fuß hätte ich gerne – aber nur wenn ich meinen rechten behalten kann.

Mario Vrancic: Wenn das so ist, würde ich im Gegenzug Damirs rechten Fuß nehmen. Und von seiner Kopfballstärke könnte ich etwas gebrauchen.

Was ist denn mit Ihren Eltern? Für wen sind die heute?

Damir Vrancic: Die schaffen es leider zeitlich nicht ins Stadion. Vielleicht ist das auch besser so, das wäre zu aufwühlend für sie, weil sie nicht wüssten, wem sie die Daumen drücken sollen. Mama hat aber schon gesagt: Egal, wie das Spiel ausgeht, es bleibt ja in der Familie.

Mario Vrancic: Ich glaube, unsere Eltern hoffen einfach nur, dass wir beide gesund vom Platz gehen.

Welche Mannschaft geht denn heute Abend als Favorit ins Bruderduell?

Damir Vrancic: Ich denke, dass wir ganz leicht favorisiert sind – schon alleine wegen des Heimvorteils.

Mario Vrancic: Hinzu kommt, dass Eintracht die einzige Mannschaft in der Liga ist, die ihre beiden ersten Saisonspiele gewinnen konnte.

2008 haben sich Ihre Wege getrennt, als Damir von Mainz nach Dortmund gewechselt ist. Hoffen Sie, dass Sie irgendwann noch mal gemeinsam in einer Mannschaft auflaufen?

Damir Vrancic: Um ehrlich zu sein, würden wir das gerne vermeiden. Schließlich spielen wir auf einer ähnlichen Position. Und wenn dann nur einer von beiden spielen kann, trübt das die Stimmung. In Mainz haben wir das damals öfter erlebt.

Damir, ist Ihr Bruder eigentlich auch so eine Leseratte wie Sie?

Damir Vrancic: Nee, ganz im Gegenteil, der ist total lesefaul. Immer wenn ich ihn frage, welches Buch er gerade liest, kommt die gleiche Antwort wie vor zwei Jahren. Das ist halt die jüngere Generation, die spielen lieber Playstation... (lacht)

Mario Vrancic: (lacht) Das stimmt gar nicht. Ich habe gar keine Playstation.

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