Regionalligist Lübeck keine Hürde für die Eintracht

Lübeck  Eintracht Braunschweig ist mühelos in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der Tabellenführer der zweiten Liga siegte am Freitag beim Viertliga-Verein VfB Lübeck souverän mit 3:0 (1:0).

Eintracht Braunschweig hat zum ersten Mal seit dem Jahr 2005 die zweite Hauptrunde im DFB-Pokal erreicht – und ist damit um mindestens 235.000 Euro reicher. „Ich muss der Mannschaft ein großes Lob dafür aussprechen, wie konzentriert sie das Spiel angegangen ist“, sagte Trainer Torsten Lieberknecht.

Wie ernst die Blau-Gelben ihre Pokalaufgabe nahmen, bewies die Tatsache, dass Lieberknecht seine siegreiche Startelf vom Spiel bei Union Berlin auf lediglich zwei Positionen veränderte. Für personelle Experimente war die Zeit offenbar noch nicht gekommen, zu wichtig, sowohl sportlich als auch finanziell, war das Erreichen der 2. Runde.

Die Blau-Gelben ließen von Anfang an keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie ihrer Favoritenrolle im Lohmühle-Stadion gerecht werden wollten. Die vom ehemaligen Braunschweiger Ramazan Yildirim trainierten Lübecker sahen sich in den ersten Minuten regelrecht einem Angriffswirbel der Eintracht ausgesetzt. Der Zweitligist ließ sich dabei auch vom ungewöhnlich hohen Rasen im Stadion nicht beirren.

Insbesondere von Dennis Kruppke ging an seiner alten Wirkungsstätte zunächst immer wieder Gefahr aus. Doch sowohl den Kopfball des Eintracht-Kapitäns (7.) als auch dessen Volleyabnahme (10.) entschärfte VfB-Schlussmann Jonas Toboll. Nach 13 Minuten war allerdings auch Lübecks bester Mann chancenlos: Eine lang geschlagene Flanke von Raffael Korte legte Mirko Boland per Kopf zurück auf Kevin Kratz, der den Ball aus acht Metern zum 1:0 in die Maschen drosch.

Der Zwei-Klassen-Unterschied zwischen beiden Mannschaften war zu diesem Zeitpunkt nicht zu übersehen. Daran konnte auch die Tatsache, dass die Braunschweiger nach der frühen Führung ein wenig Tempo rausnahmen, nichts ändern. Die Gastgeber erspielten sich in den 90 Minuten nicht eine einzige Chance. Beleg für die Lübecker Hilflosigkeit war die Kartenstatistik: Während die Blau-Gelben kein einziges Mal verwarnt wurden, zeigte Schiedsrichter Dennis Aytekin den Platzherren gleich viermal den gelben Karton – und zwar nicht etwa für taktische Fouls sondern für rüdes Einsteigen. Lübecks Kapitän Moritz Marheineke flog nach einer Attacke gegen Domi Kumbela sogar mit Rot vom Platz (70.).

Den einzigen Vorwurf, den sich die Lieberknecht-Elf gefallen lassen muss, ist, dass sie es gegen überforderte Lübecker nicht schaffte, den Sack eher zuzumachen, trotz hochkarätiger Chancen am Fließband. „Das hat ein bisschen lange gedauert“, räumte auch Kevin Kratz ein. Die knapp 2500 Eintracht-Anhänger mussten sich bis zur 68 Minuten gedulden, ehe Mirko Boland mit dem 2:0 für die Vorentscheidung sorgte. Keine 60 Sekunden später erhöhte Kratz mit seinem zweiten Tor auf 3:0. „Das war ein super Tag für mich“, sagte der Neuzugang aus Aachen in Anbetracht des Sieges und seines Doppelpacks.

Lübeck: Toboll - Schulz, Theißen, Marheineke, Hartmann - Samide (46. Diabang), Altin (73. Kluk), Hasanbegovic, Vallianos (63. Mokhtari) - Zekiri, Steinwarth. - Trainer: Yildirim

Braunschweig: Petkovic - Correia, Bicakcic, Dogan, Reichel - Theuerkauf - Kratz, Kruppke (80. Gianluca Korte) - Raffael Korte (69. Edwini-Bonsu), Boland - Kumbela (75. Ademi). - Trainer: Lieberknecht

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Tore: 0:1 Kratz (13.), 0:2 Boland (67.), 0:3 Kratz (68.)

Zuschauer: 6411

Beste Spieler: Toboll, Altin - Kratz, Boland

Rote Karte: Marheineke nach einer Tätlichkeit (70.)

Gelbe Karten: Samide, Steinwarth, Theißen, Schulz -

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (17)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort