Marc Pfitzner – kalt wie Hundeschnauze

Braunschweig  Dank dem Mittelfeldmann ist Eintrachts Elfmeter-Fluch der Vorsaison fürs Erste beendet.

Marc Pfitzner ließ Unions Schlussmann Daniel Haas am Sonntag keine Chance.

Foto: Agentur Hübner

Marc Pfitzner ließ Unions Schlussmann Daniel Haas am Sonntag keine Chance. Foto: Agentur Hübner

Nicht wenige Eintracht-Anhänger dürfte am Sonntag ein ungutes Gefühl beschlichen haben, als der Braunschweiger Fußball-Zweitligist beim Auswärtsspiel bei Union Berlin einen Handelfmeter zugesprochen bekam.

Schließlich lag in der vergangenen Saison schon fast eine Art Elfmeter-Fluch auf den Blau-Gelben. Drei ihrer vier Strafstöße hatten die Schützlinge von Trainer Torsten Lieberknecht in der Spielzeit 2011/2012 vergeben – das war die schlechteste Quote von allen Zweitligisten. Zweimal war Domi Kumbela gescheitert (gegen Karlsruhe und Aue), einmal Kapitän Dennis Kruppke (gegen 1860 München).

Trotzdem war Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold am Sonntag nach eigener Aussage „total entspannt“, als Schiedsrichter Thorsten Kienhöfer nach einem Handspiel von Berlins Marc Pfertzel auf den ominösen Punkt zeigte. Der Grund für Arnolds Gelassenheit: „Marc Pfitzner stand ja auf dem Platz.“

Eben jener Pfitzner war es nämlich, der in der Vorsaison beim 1:1 gegen Düsseldorf den einzigen Braunschweiger Strafstoß souverän verwandelt hatte. In der Drittliga-Saison 2009/2010 hatte er beim 6:0-Sieg gegen Sandhausen ebenfalls getroffen. „Er macht das immer sehr abgeklärt“, lobt Arnold das Braunschweiger Eigengewächs. In der Hierarchie der Elfmeterschützen ist der 27-Jährige deshalb nun zwangsläufig an Nummer 1 vorgerückt. „Wenn Pfitzner spielt, dann schießt er auch“, sagt Arnold.

Am Sonntag rechtfertigte der für Damir Vrancic in die Startelf gerückte Mittelfeldakteur dieses Vertrauen einmal mehr. Kalt wie Hundeschnauze verlud er Union-Torwart Daniel Haas und schob den Ball zur 1:0-Führung in die rechte untere Ecke – unbeeindruckt vom gellenden Pfeifkonzert der Berliner Fans, die mit der Elfmeter-Entscheidung des Unparteiischen nicht einverstanden waren. „Das war schon heftig“, sagt der Schütze mit Blick auf die akustische Begleitung.

„Pfitze hat den Dreh einfach raus“, lobt Trainer Torsten Lieberknecht und bescheinigt seinem Profi „das Maß an Selbstbewusstsein“, das man als Elfmeterschütze haben müsse.

Pfitzner wollte gestern um seinen Treffer allerdings nicht viel Aufhebens machen. Einen Strafstoß zu verwandeln sei „kein Kunststück“, betont der 27-Jährige. „Da gehört auch viel Glück dazu.“ Aber nicht nur. Wichtig, so Trainer Lieberknecht, sei zudem das Wissen, dass man auch mal einen Elfmeter verschießen könne. „Auch dann werde ich niemandem den Kopf abreißen“, stellt der Eintracht-Coach klar.

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